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Remscheid
Liebeslieder verzaubern die Zuhörer

Remscheid. Die Jay Ottaway Band spielte im Saxo Blues- und Rocktitel kraft- und temperamentvoll. Von Hagen Thiele

Eigentlich wäre es für Blues- und Rockfreunde ein Pflichttermin gewesen, doch das Wetter sorgte für ein übersichtliches Publikum, als die Jay Ottaway Band am Mittwochabend im Saxo den Triumphzug aus dem vergangenen Jahr wiederholen wollte. Die Besucher, die da waren, hatten eine gute Zeit, da die Band trotz Hitze keinen Gang zurückschaltete, sondern ganz im Gegenteil kraft- und temperamentvoll drauf los spielte.

"Vielleicht hilft es ja", sagte Bandchef, Sänger und Gitarrist Jay Ottaway, als der aus Boston stammende Musiker den Song "All this Rain" ankündigte. Die Hymne mit Ohrwurmcharakter erwies sich wie im vergangenen Jahr als spritziger Song, der mit einem tollen Solo von Gitarrist Heinz-Bernd Hovelmann im Mittelteil ein großes musikalisches Ausrufezeichen erhielt.

Überhaupt hatte Hovelmann einen guten Tag erwischt. Gerade bei den Blues-Stücken, bei denen die Band das Tempo etwas drosselte, konnte der Musiker sein Können unter Beweis stellen und überzeugte mit feinfühligen Soli, die die Stimmung der Lieder bestens zur Geltung brachten. Das sorgte für begeisterte Besucher, die dem Gitarristen auch spontanen Beifall spendeten.

Die größte Stärke der Gruppe lag jedoch in der Harmonie, mit der die Musiker ein wunderbares Bandgefüge bildeten, bei dem alles wie aus einem Guss klang - zumindest so lange, bis sich ein Instrument kurz in den Vordergrund spielte. So steuerte etwa Christina Christ am Saxophon bei fast allen Songs fetzige Melodien bei, Bassist Frank Tetzner gab mit seinem Bass nicht nur kraftvoll den musikalischen Puls vor, sondern wagte immer wieder Abstecher in melodiöse Gefilde, und der Bandchef überzeugte mit seiner warmen Stimme.

Das Potenzial, das Ottaway als Sänger besitzt, zeigte sich deutlich bei den emotionalen Stücken des Abends, sei es bei Liebesliedern wie "Sally and I" oder bei dem Stück "Blessing in the Sky", das der US-Amerikaner für seine kranke Tochter geschrieben hat. Aufbauend auf einer schlichten, aber anrührenden Gitarrenmelodie bot der Song genug Raum, damit sich Ottaways Stimme entfalten und ehrliche Gefühle vermitteln konnte.

Dabei schaffte es der Sänger, nicht nur eine leichte Melancholie zu verbreiten, sondern auch zu inspirieren, wie der Blues-Rocker "Carry On" zeigte, der das Motiv, allen Widrigkeiten zum Trotz weiterzumachen, stimmungsvoll traf und dem Publikum einen großen Beifall und Jubel-Rufe entlockte.

Quelle: RP
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