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Remscheid
Liebliche Klänge aus dem Reich der Operette

Remscheid. Opern- und Operettenklänge samt Gesang und Orchestrierung in der Klosterkirche - wie war das möglich? Die Antwort gab am Freitagabend das Ein-Frau-Orchester Claudia Hirschfeld: Die bekannte Musikerin war mit ihrer weißen Show-Orgel, dem Tenor Johannes Groß, der Sopranistin Eva Lind sowie zahlreichen Arien, Liedern und Duetten aus bekannten Opern und Operetten nach Lennep gekommen, und gemeinsam spielte und sang das Trio vor rund 200 begeisterten Zuhörern mit der von allen drei bekannten Perfektion, großer Leidenschaft und, wie es im Falle Hirschfelds immer wieder schien, mehr als nur zwei Händen und Füßen "Juwelen der Musik". Von Wolfgang Weitzdörfer

Und so manche Textzeile war da tatsächlich Programm, etwa wenn es im letzten Duett vor der Pause hieß: "Tanzen möcht ich, jauchzen möcht ich..." - denn sowohl das eine, als auch das andere taten Lind und Groß zu den vielschichtigen und wunderbaren Klängen aus der riesenhaften Orgel, deren "Transportverpackung" - ein mittelgroßer Anhänger - im Klosterhof parkte und deutlich machte, was für ein Aufwand so ein Ein-Frau-Orchester für die Konzertmeisterin bedeutet. Die beiden Sänger wechselten sich im Laufe des enorm abwechslungsreichen Abends mit ihren Darbietungen ab. Mal waren sie im Duett zu hören - etwa im Lied "Lippen schweigen" aus der Operette "Die lustige Witwe" von Franz Léhar -, was immer ein wenig herausragte, weil die Stimmen sich so schön ergänzten und das Klangvolumen und die Strahlkraft der Musik einfach durch und durch gingen. Aber auch solistisch wussten sowohl Groß - etwa mit der strahlenden Arie "Dein ist mein ganzes Herz" aus Franz Léhars Operette "Das Land des Lächelns" - , als auch Lind - etwa mit dem "Frühlingsstimmenwalzer" von Johann Strauß - zu begeistern. Bei aller technischer Finesse kam vor allem der Humor nicht zu kurz. Wenn sich Groß und Lind etwa in praktisch jedem Liebeslied vollkommen hemmungslos anschmachteten, oder Hirschfeld in einer kurzen Ansage über ihre Lieblingsstadt Wien erzählte, dass sie einen Wiener geheiratet habe, und dann schmunzelnd anmerkte: "Manchmal ist er auch ein Schla-Wiener..."

Das Publikum jedenfalls fühlte sich von dem etwa zweistündigen Programm bestens unterhalten und dankte es dem gutgelaunten Trio mit anhaltendem Applaus

Quelle: RP
 
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