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Remscheid
Lieblicher Sound von der rauen Küste Norwegens

Remscheid. Das Trio "Boa" stellte zeitgenössische Komponisten bei einem Meisterkonzert im Teo Otto Theater vor. Von Anna Mazzalupi

Einen eigenwilligen und ungewöhnlichen Sound präsentierte das Trio "BOA" beim vierten Meisterkonzert im Teo Otto Theater. Die Norweger verbinden Klassik mit Pop, Jazz oder Soul. "mOOn Over tOwns" erforscht das Grenzgebiet zwischen populärer und zeitgenössischer Musik, Pop goes Avantgarde.

Die Songs stammen von bekannten norwegischen Komponisten und Musikern. Häufig handeln sie von Liebe. Mit ihrer Stimme, die Sängerin Tora Augestad in voller Bandbreite einzusetzen weiß, hauchte sie den verschiedenen Liedern Leben ein.

"Hauchen" darf bei einigen Songs durchaus wortwörtlich genommen werden, etwa bei Evan Gardners "Bright". Begleitet von Morten Barrikmo an der Klarinette und Tanja Oring am Cello wirkte die Interpretation fast wie ein mystisches Hörspiel, das verschiedene Geräusche zur Grundlage hat.

Dass sich an dem Abend alles ganz um die norwegische Musik drehen wird, wurde bereits beim ersten Stück von Susanne Sundfør, eine der bekanntesten Popsängerinnen Norwegens, deutlich. "Last thoughts at the stake" lautet der Titel des Liedes, das mit einem melancholischen Cello-Klang eingeleitet wurde. Die Melodie wirkte an einigen Stellen fast schon rau, sodass man als Zuhörer meinen könnte, die nordischen Winde zu hören.

Viel Beifall von den Gästen im Foyer erhielt Morten Barrikmo für seine Eigenkomposition "Water and Ice". Das Instrumentalstück ließ der Klarinette viel Raum, ihren Klang zu entfalten. Es war deutlich wahrnehmbar, wie der konzentrierte Musiker die Klappen nutze und ungewöhnlich wirkende Töne aus der Klarinette zauberte. Stellenweise entwickelte sich ein Klang, der an den eines australischen Didgeridoos erinnerte. Die Fantasie ritt auf der Melodie durch den Urwald oder tauchte ab unter Wasser, um die Laute eines Wales wahrzunehmen. Passend dazu prasselten leise die Regentropfen an die großen Fenster.

Eine andere Klangfarbe im Kontrast zu den etwas getragenen Stücken kam mit Jarle Bernhofts "Dragons" ins Spiel. Der soulige Sound, unterstützt durch ein Glockenspiel, war etwas schneller, was beim Publikum gut ankam. Augestads Stimme mutet dabei sogar etwas Verspieltes i an.

Cellistin Orning demonstrierte gerade in ihrer Eigenkomposition "Hommage a Anna Eva Bergmann", wie gut sie ihr Instrument beherrscht und zu ungewöhnlichen Tönen bringen kann. Zusammen mit ihren beiden Kollegen spielte sie überzeugend akzentuiert.

Quelle: RP
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