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Remscheid
Lieder, Leichen und Lametta

Remscheid: Lieder, Leichen und Lametta
Kommissar Heinz Engelmann, Leiter der Mordkommission,, ist einer der erfolgreichsten Figuren, in die Sache Gutzeit immer wieder mal schlüpft. FOTO: HN
Remscheid. Weihnachten mit Kommissar Engelmann" von Sascha Gutzeit ist Krimi-Kabarett und Live-Hörspiel in einem. Von Henning Röser

Tausendsassa Sascha Gutzeit hat in seiner Karriere schon viele Bühnenfiguren erfunden. Der Kommissar Heinz Engelmann, Leiter der Mordkommission, darf dabei als seine erfolgreichste gelten. Mehrere Bände mit Kurzkrimis rund den Ermittler sind in den vergangenen Jahren erschienen, es gibt Theaterversionen und Hörspiele. Engelmann mit seinem Hut und Trenchcoat kommt im krimiverliebten Deutschland gut an.

Was da eigentlich nur noch fehlte, war ein Weihnachtsstück. Kein Problem für den ultraproduktiven Künstler, der in der Nachbarstadt Wuppertal erste Schritte unternahm (unvergessen seine Single "Laurenz cruisen" über den Spaß, mit dem Auto im Sommer bei geöffnetem Seitenfenster am Eiscafe vor der Laurentius-Kirche entlangzurollen) seine künstlerische Basis nun aber schon länger in der Eifel hat.

Kommissar Heinz Engelmann ist ein klassische Retro-Figur, angelehnt an Flimmerkisten-Helden der frühen Stunde wie Erik Ode, inspiriert von "Stahlnetz-Folgen" im TV, beschreibt Sascha Gutzeit seine Hauptfigur. Gleich in den ersten Szenen wird klar, dass wir auf einer Zeitreise sind. Engelmann pustet Staub von den Akten, W-Lan ist noch lange nicht erfunden, kommuniziert wird noch mit dem alten Wählscheibentelefon. Das reißt Engelmann, der sich auf einen netten Weihnachtsabend mit Baum, Braten und Brandwein gefreut hat, aus allen Wolken. Es gibt einen Toten, Engelmann muss ermitteln. Und dass, wo es draußen heftig schneit und es in der guten Stube so schön gemütlich ist

"Weihnachten mit Kommissar Engelmann" ist "eine Mischung aus Krimikabarett, Live-Hörspiel, Ein-Mann-Theater und musikalischer Leseshow", sagt Sascha Gutzeit, der hier natürlich wieder in alle Rollen schlüpft und auch seine Fähigkeiten als Sänger ausspielen darf. Denn wie es sich für ein echtes Weihnachtsstück gehört, erklingen Weihnachtslieder.

"Das ist so ein bisschen wie in den alten Filmen mit Peter Alexander, da fing plötzlich auch jemand an zu singen", erklärt Gutzeit im BM-Gespräch. Man merkt, er hat als Kind an langen regnerischen Sonntagen viel vor der Glotze gehangen.

Dazu passt auch dieser Gimmick: Als Erzähler vom Tonband ist Fernseh- und Hörspiellegende Claus Wilcke ("Percy Stuart", "König Julius der 111.") mit dabei.

Die Lust am Wortwitz, ein festes Element in seinen Programmen, kommt natürlich auch nicht zu kurz. So lustig wird es beim Tatort in der ARD nur selten - selbst wenn der Haudrauf Til Schweiger ermittelt. Ein vergnüglicher Abend kurz vor dem zweiten Advent.

Heute, 20 Uhr, Rotationstheater Lennep, Kölner Straße 2 c, Karten an der Abendkasse 19 Euro, 17 Euro ermäßigt.

Quelle: RP
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