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Remscheid
Lösung für Übergang vom DOC zur Altstadt fehlt

Remscheid. Beim Stammtisch von "Lennep Offensiv" wird intensiv über die Nahtstelle diskutiert. Verwaltung steht in der Kritik.

War die "Zukunftswerkstatt Lennep" nur ein vom DOC-Investor bezahltes "Placebo" ohne nachhaltige Wirkung, wie es Markus Eschweiler von der Bürgerinitiative Lennep am Donnerstagabend formulierte? Beim Stammtisch von Lennep Offensiv stand diese Frage im Mittelpunkt. Klaus Lellek, Mitglied der Remscheider Grünen, gab mit seinen Ideen zur Gestaltung des Übergangs vom geplanten Shoppingdorf zur Lenneper Altstadt den Impuls zu einer lebhaften Diskussion, während der auch die Politik aus ihrer Enttäuschung über die Ergebnisse der Planungswerkstatt keinen Hehl machte. Wie berichtet, hatten sich im März und April Vertreter verschiedener Institutionen zusammengefunden, um Anregungen zusammenzutragen, wie Lennep bestmöglich vom Outlet Center profitieren könnte.

Zur Umgestaltung des Platzes an der Spielberggasse vor dem Jugendzentrum Welle gebe es keinerlei Beschlüsse, verwies Roland Kirchner (W.i.R.) auf die Unverbindlichkeit der Resultate aus der Zukunftswerkstatt. "Man kann darüber diskutieren, welche Idee gut ist und welche nicht. Aber vor allem müsste mal darüber entschieden werden."

Klaus Lellek befürchtet, dass die DOC-Besucher beim Blick auf einen sparsam ausgestatteten Platz und eine permanent befahrene Straße keine Motivation sähen, die Lenneper Altstadt zu besuchen. Er stellt sich einen bei jedem Wetter einladenden Ort vor, der Lust mache, aus dem Center heraus und hinein in den historischen Stadtkern zu treten. Am Rand könnte man sogar arkadenartige Bauten errichten, um dort kleine Geschäfte anzusiedeln. "Wir brauchen Belebung, Schaufenster und Licht, um die Menschen über die Straße zu ziehen", mahnte er. In Ochtrup, wo McArturGlen ein Outlet Center betreibt, habe man bis heute Probleme, die Innenstadt für die DOC-Besucher als attraktiv darzustellen. "Vom Outlet bis zur Stadt sind es 550 Meter. Und in Ochtrup gibt es Leerstände, Leerstände, Leerstände", sagte Lellek.

Seine Anregungen erhielten bei den Stammtisch-Besuchern allerdings keine ungeteilte Rückendeckung. Gunther Brockmann, Vorsitzender der Lenneper Karnevalsgesellschaft, ist skeptisch, ob man für Geschäftsneubauten an dem in Rede stehenden Platz Investoren finden würde.

Und Edmund Joska, Inhaber des Tortenateliers, möchte nicht neue Konkurrenz zur Lenneper Geschäftswelt aufbauen. Erstmal sollte man sich doch bemühen, die vorhandenen verwaisten Ladenlokale wieder zu vermarkten.

Stadtführer Lothar Vieler brachte den Gedanken ein, dass Eigentümer der am Rand des DOC gelegenen Immobilien möglicherweise ihre Objekte verkaufen, wenn das Center tatsächlich kommt. In diesem Fall ergäben sich dort vielleicht Möglichkeiten, diese Häuser neu zu nutzen. Für Bezirksvertreter Rolf Haumann (Grüne) ist das Designer Outlet kein Selbstzweck. "Ich stimme den Plänen nur zu, wenn sie etwas für Lennep bringen." Und diesbezüglich habe die Verwaltung bislang nicht genug getan. "Als Ergebnis der Zukunftswerkstatt eine Mitteilungsvorlage zu präsentieren, ist mir einfach zu wenig", sagte er.

(bona)
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