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Remscheid
Lothar Vieler führt "Nachtschwärmer" durch Lennep

Remscheid. Bei der neuen "Nachtschwärmer"-Tour erfahren Besucher anhand der Kneipenlandschaft etwas über die Lenneper Geschichte. Von Stefanie Bona

Die "Lenneper Nachtschwärmer" ist ein neues Format im Programm der IG Remscheider Stadtführer, das gut angenommen wird. Während des von Lothar Vieler geleiteten Stadtrundgangs durch die Altstadt ist für die Teilnehmer Einkehr in vier Lokalen angesagt. Dort gibt es leckere Häppchen und auch ein Getränk, während der Kenner der örtlichen Historie munter weiter plaudert und dabei natürlich auch den Bezug zur lebendigen Vergangenheit der örtlichen Gastronomie herstellt.

"In guten Zeiten gab es in Lennep 56 Kneipen. Und um 1840 herum immerhin zehn Brauereien", berichtete Vieler am Donnerstag, als sich die Gruppe zunächst rund um den Tresen der Gaststätte "Kölner Hof" versammelte. An der Ecke Kölner Straße/Wallstraße war seit je her Bewirtung angesiedelt, viele historische Aufnahmen, die Vieler herumzeigte, gaben davon Zeugnis. Was die Lenneper Gastwirtschaften überdies gemein hatten: "Viele hatten einen großen Saal, wo teilweise mehrere hundert Gäste Platz fanden", erklärte er, während die Führungsteilnehmer mit dem typisch bergischen "Bittern" auf den Abend anstießen und sich einen kleinen Reibekuchen mit heißer Blutwurst schmecken ließen. Aufgewärmt und gut gestärkt setzte die Gruppe die Zeitreise fort, später besuchte sie dann noch die Gaststätten "Zum Kirchenwirt", "Sowieso" und die Nobis-Bar.

Lothar Vieler baut seine Führung nicht chronologisch, sondern eher thematisch auf. An verschiedenen Punkten machte man Halt, um hier mal etwas historisch Belegtes und dort mal Dönekes oder überlieferte Geschichten zu hören. So erfuhren die aufmerksamen Zuhörer, dass es einst einen Bürgermeister gegeben haben soll, dessen Schwiegersohn Eigentümer der Markt-Apotheke war. Und da ab 10.000 Einwohnern zwei Apotheken pro Stadt vorgeschrieben waren, sollen flugs Bürger nach Remscheid "verkauft" worden sein, damit die Konkurrenz ausblieb. Zwischen 1800 und 1900 sei die Stadt im Aufbau gewesen. In dieser Zeit wuchs die Bevölkerung von zunächst 7.000 auf 10.000 Menschen. Zentriert war die Bebauung innerhalb der Stadtmauern. Außerhalb dieser Begrenzung fanden sich nur wenige Häuser. Lennep besaß eine 1856 erstmals eingesetzte Rotation, wo heute das Rotationstheater zu finden ist und damals das nach dem Krieg von der Rheinischen Post übernommene Lenneper Kreisblatt gedruckt wurde.

Die Bedeutung der früheren Kreisstadt zeigte sich auch in der Poststation "derer von Thurn und Taxis" an der Hauptverkehrsader auf der Route Paris-Königsberg, die mitten durch die Stadt führte. Fortschrittlich zeigten sich die Lenneper aber auch. "Lennep war die erste Stadt im Bergischen Land, in der das elektrische Licht eingeführt wurde", erzählte Vieler.

Ein bisschen "wild-romantisch" ist es natürlich in den vergangenen Jahrhunderten auch zugegangen. Diese Seite Lenneps hatte sich Christel Bach vorgenommen zu entdecken. "Ich wollte schon immer mal eine Stadtführung mitmachen. Jetzt war eine gute Gelegenheit", sagte die Lenneperin.

Quelle: RP
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