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Remscheid
Lütteraten sind ein verlässlicher Partner

Remscheid. Der Verein sichert weiterhin den Fortbestand der Stadtteilbücherei in Lüttringhausen. Aktiv in der Flüchtlingsarbeit. Von Stefanie Bona

Ohne die "Lütteraten" gäbe es die Stadtteilbücherei in Lüttringhausen nicht mehr. Nach wie vor schafft es der Verein, der seit dem 100-jährigen Jubiläum der Bücherei im Jahr 2009 ihren Fortbestand sichert, alljährlich 6 000 Euro als Betriebskostenzuschuss aufzubringen. Seinerzeit stand die Einrichtung aus Sparzwängen vor dem Aus.

Als Dank für ihr Mitwirken wurden alle ehrenamtlichen "Lütteraten" zu einem Grillnachmittag ins evangelische Gemeindehaus am Ludwig-Steil-Platz eingeladen. Derzeit hat der Förderverein rund 40 aktive Mitglieder, 16 davon gehören zum Bibliothekshelferteam und unterstützen die Ausleihe. "Das Schwierigste ist, für diese Aufgabe Menschen zu gewinnen", räumte Vereinsvorsitzender Hagen Feldsieper gegenüber der BM ein. Denn dieser Dienst setzt voraus, dass man ihn regelmäßig an festgelegten Tagen und Uhrzeiten übernehmen kann.

Als neue "Lütteratin" möchte sich Dagmar Stöcker den Arbeitsbereich einmal anschauen. Nach längerer Familienpause will sie in den Job zurückkehren. Bis sie etwas Passendes gefunden hat, möchte sie sich im Betrieb der Lüttringhauser Bibliothek einsetzen. "Ich finde es bemerkenswert, dass die Einrichtung nur durch Ehrenamt weiter existiert", sagte die Ronsdorferin. Wie alle ehrenamtlichen Büchereihelfer wird auch Dagmar Stöcker gründlich in die Abläufe eingewiesen. "Ich arbeite gerne mit dem Computer und mit Menschen. Hier kann sich beides verbinden", sagt sie erfreut.

Andere Vereinsmitglieder engagieren sich als Vorleser in Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen, bereiten das Ferienprogramm vor oder unterstützten den Verein bei besonderen Aktionen, wie zuletzt beim "Tag der Vereine". Denn auch durch Einnahmen aus solchen Veranstaltungen werden Gelder in die Kasse gespült.

Engagiert sind die "Lütteraten" genauso in der Flüchtlingsarbeit. Elke Mandt hat dabei die Erfahrung gemacht, dass es nicht so einfach ist, die Familien über das Buch zu erreichen. "Man spürt ganz einfach: Die Eltern haben im Moment ganz andere Sorgen, als mit ihren Kindern Bücher anzuschauen", hat sie bei Besuchen in der Flüchtlingsunterkunft Klauser Delle erfahren.

Vielen sei aus ihren Heimatländern der Betrieb einer öffentlichen Bücherei überhaupt nicht bekannt. "Wir haben Kinderbücher dort gelassen und als wir sie abholen wollten, haben die Mütter sie ungelesen wieder hervorgeholt. Sie haben einfach Angst, dass die Bücher beschädigt werden könnten", erzählt Elke Mandt. Besuchen die Kinder hingegen schon die Schule, werden sie über diesen Weg an die Stadtteilbibliothek herangeführt.

Zudem haben die "Lütteraten" in Kooperation mit der Jugendhilfe "Die Schlawiner" und dem Verein BAF eine Spielgruppe für Flüchtlingskinder ins Leben gerufen, die vor den Sommerferien gut besucht wurde. Auch den Büchereiausweis für Eltern und Kinder aus Asylbewerberfamilien würde der Verein gerne sponsern. Hierfür Interesse zu wecken, sei aber schwierig.

Quelle: RP
 
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