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Remscheid
Lungenexperte ergänzt Kardiologie-Team

Remscheid. Dr. Heinz-Wilhelm Esser (41) ist Pneumologe und bringt Fernsehzuschauern regelmäßig Gesundheitsthemen näher. Von Stefanie Bona

Mit Dr. Heinz-Wilhelm Esser hat sich Sana-Chefarzt Professor Dr. Burkhard Sievers weitere Kompetenz in seine Abteilung geholt. Seit Mitte November verstärkt der Pneumologe das Team der Kardiologischen Klinik am Remscheider Sana-Klinikum und wird als Sektionsleiter einen neuen Schwerpunkt aufbauen.

"Natürlich konnten wir bisher Patienten mit Lungenerkrankungen behandeln", erklärt Professor Sievers als Leitender Arzt der Kardiologie. Dies habe aber vor allem die Basisversorgung und die Notfallmedizin betroffen. Mit Heinz-Wilhelm Esser soll das Spektrum nun erweitert, die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Allgemeinchirurgie gestärkt und neue, innovative Untersuchungsmethoden sollen eingeführt werden.

Zwei Jahre dauerte die Stellenbesetzung. "Einen guten Lungenfacharzt zu finden, ist nicht einfach", spielt Sievers auf die eingeschränkten Ausbildungsmöglichkeiten für junge Mediziner an. Dr. Heinz-Wilhelm Esser stammt aus Mönchengladbach, hat in Köln Humanmedizin studiert und absolvierte seine Facharztausbildung zum Pneumologen und Notfallmediziner am Krankenhaus der Augustinerinnen in Köln. Das Bergische Land kennt er durch Einsätze als Notarzt.

Bevor Esser von seinem Wohnort Köln zum Dienst in Remscheid eintrifft, legt der frühere Leistungsschwimmer gerne ein paar Bahnen im Wermelskirchener Schwimmbad zurück. Interessant ist sein Lebenslauf auch deshalb, weil der Vater von drei Töchtern nach dem Studium zunächst sein Geld als Musiker bei einer durchaus erfolgreichen Band verdiente. "Zum Leidwesen meiner Eltern", erzählt der 41-Jährige lachend.

Dass er als Facharzt heute in einem bekannten Fernsehformat Gesundheitsthemen der Öffentlichkeit regelmäßig näher bringt, findet sein neuer Chef gut. "Jemand wie Herr Esser kann über den Tellerrand schauen und ist nicht nur in seiner Sparte gefangen. So jemand kann gute Impulse in ein Team bringen", findet Professor Sievers. Zudem sei es wichtig, dass man als Arzt auf Augenhöhe mit den Patienten und ihren Angehörigen kommunizieren könne. Denn gerade ältere Menschen seien mit den heute komplexen Behandlungsmethoden überfordert. "Ich spreche die Sprache, die jeder braucht. Der Patient soll verstehen, was er hat, und was wir ihm anbieten können", betont Esser. Der Bedarf, das Fachgebiet Pneumologie abzudecken, sei in Remscheid auf jeden Fall gegeben. "Wir haben viele lungenkranke Patienten. Das ist ein Spiegel der älter werdenden Gesellschaft", erklärt Chefarzt Sievers.

Das Rauchen sei in der bergischen Region nicht weniger verbreitet als anderswo, daher diagnostiziere man häufig chronische und auch bösartige Lungenerkrankungen. Bislang habe man zur Behandlung der Betroffenen das Netzwerk mit umliegenden Kliniken nutzen müssen.

Durch den neuen Fachmann könne man den Menschen vor Ort nun wesentlich besser helfen. "Für mich war es reizvoll, hier eine Abteilung aufzubauen und mich durch die enge Verzahnung auch in der Kardiologie fortbilden zu können", erklärt Heinz-Wilhelm Esser.

Quelle: RP
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