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Remscheid
Lyrik von Heine und Lieder von Georg Danzer

Remscheid. Anspruchsvolle Lyrik ist zeitlos. Das bewies das Duo "Ton-3" aus Düsseldorf am Sonntagabend im Rack'n'Roll. Die Singer- und Songwriter Ansgar Kuswik und Andreas Selig entfalteten mit ihrem Konzept "Heine trifft auf Danzer" eine ungemein dichte Atmosphäre. Textlich griffen die zwei Musiker auf die Werke der beiden lyrischen Meister zurück und untermalten die poetischen Werke mit der passenden Gitarrenmusik. Heraus kamen dabei zwei Stunden feinste Unterhaltung für anspruchsvolle Musikfreunde. Von Hagen Thiele

"In dem nächsten Stück geht es um Freiheit, beziehungsweise das Streben nach ihr", erklärte Selig vor der Vertonung von Heinrich Heines Gedicht "Doktrin". Das Düsseldorfer Duo setzte bei der musikalischen Interpretation auf galoppierende Gitarren und kräftige Tonfolgen. Dadurch beschwor das Stück eine rebellische, revolutionäre Stimmung herauf, die den Text stimmig widerspiegelte. Auch Heines "Ein Weib" überzeugte in der Version des Duos. Die zwei Musiker setzten ganz auf tänzelnde, betörende Melodien und spendierten dem Song einen fast schon hypnotischen Refrain, der dementsprechend intensiv im Ohr blieb.

Fast schon monumental - und das im biblischen Sinne - agierten Kuswik und Selig bei der Georg Danzer-Interpretation von "Mein Name ist Kain" und verliehen dem Stück dennoch etwas Leichtfüßiges.

Dass es den Düsseldorfern so überzeugend gelang, anspruchsvolle Lyrik mit den passenden Tönen zu verweben, ist zu einem großen Teil ihren Fähigkeiten an den Gitarren zu verdanken. Beide setzten immer wieder Akzente an ihren Instrumenten. Besonders deutlich wurde dies bei der Hymne "Frei sein", die als Höhepunkt mit einem wunderbar gefühlvollen Solo von Kuswik glänzte. "Wer wirklich frei sein will, muss das von innen heraus fühlen", erklärte hingegen Selig die Intention des Songs.

Seine Musikalität bewies das Duo auch mit eigenen Songs wie "Everybody's Darling". Das Stück fügte sich aus instrumentaler Perspektive nahtlos in die Reihe der anderen Songs ein. Textlich verwendeten die Musiker Alltagssprache und ließen das lyrische Ich gegen die Gängelung durch andere aufbegehren. Gerade dadurch, dass man auf stark stilisierte Sprache verzichtete, besaß der Song eine sehr eingängige Wirkung, die sich direkt auf den Hörer über. Für zwei Stunden war das überschaubare Publikum in der Kneipe an der Daniel-Schürmann-Straße bestens unterhalten. wie der Applaus am Schluss deutlich zeigte.

Quelle: RP
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