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Remscheid
Märchenspiel über die Folgen der Gier

Remscheid. Verena Bill und Michael Koenen vom Niederrhein Theater führten in der Konzertmuschel das Grimm'sche Märchen "Der Fischer und seine Frau" auf. Von Cristina Segovia-Buendía

Pünktlich zur beliebten Märchenstunde fanden sich an der Konzertmuschel wieder zahlreiche kleine und große Besucher zum Programm des Remscheider Sommers im Stadtpark ein. Verena Bill und Michael Koenen, Schauspieler am Niederrhein Theater, präsentierten bei dieser Gelegenheit - ihrem nun schon dritten Besuch in Remscheid - das Märchen "Der Fischer und seine Frau." Ein unterhaltsames Stück mit besonders viel Tiefgang.

Verena Bill und Michael Koenen überzeugten am Sonntag mit einer unterhaltsamen Aufführung eines weniger bekannten Märchens aus der Grimm'schen Sammlung. Ihre Spielfreude war ansteckend, die Kulisse ausreichend funktional und die Umsetzung der tiefgründigen Geschichte sehr gelungen. Fischer Timpe Te und seine Frau Ilsebill leben am Meer in einem Topf. Ihr Leben ist zwar bescheiden, aber sie leben glücklich. Zumindest bis Timpe Te, wunderbar verkörpert durch Koenen, als liebenswürdiger, tollpatschiger Fischer mit blauer Mütze und zerfledderten Klamotten, eines Tages einen verwunschenen Butt aus dem Meer zieht. Dieser behauptet, ein verzauberter Prinz zu sein, und bittet den Fischer ihn frei zu lassen, was Timpe Te ohne Zögern tut.

Zu Hause angekommen, erzählt er Ilsebill von dem Vorfall, die ihm einredet, sich im Tausch für die ihm wieder geschenkte Freiheit ein kleines Häuschen zu wünschen. Timpe Te tut wie ihm befohlen und sucht im Meer nach dem Butt, der ihm den Wunsch erfüllt. Dann entdeckt er seine Frau, überglücklich in einem neuen Kleid, tanzend im neuen Häuschen.

Doch statt sich damit zufrieden zu geben, setzt bei Ilsebill, sehr anschaulich und ansprechend gespielt von Verena Bill, die Gier ein. In der Nacht träumt sie von einem Palast, worauf sie ihren Mann erneut bittet, den Butt aufzusuchen. Zähneknirschend sucht der Fischer erneut den Butt auf, der ihm tatsächlich den Wunsch erfüllt. Darauf die Nacht träumt Ilsebill, die im Verlauf des Stückes immer gieriger wird, von einer Krone, anschließend von der Weltherrschaft und schließlich will "sein wie der liebe Gott".

Dass diese Geschichte nicht gut ausgehen würde, ahnten die Besucher der Konzertmuschel, welche die Aufgabe bekamen, mit schwingenden Armen das immer gefährlicher wütende Meer zu spielen, früh. Am Ende landete Ilsebill dank ihrer Gier wieder im Topf.

Dennoch gab es ein versöhnliches Happy End: Trotz bescheidener Lebensverhältnisse lebten Ilsebill und Timpe Te, mit neuem Zuwachs, zufriedener und glücklicher als zuvor.

Ein schönes Stück, das angesichts des Konsumrauschs und wachsender Ansprüche wieder aktueller denn je ist und uns den Spiegel vorhält.

Quelle: RP
 
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