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Remscheid
Mannesmannturm verliert den "Mond"

Remscheid: Mannesmannturm verliert den "Mond"
Landmarke und Wahrzeichen Remscheider Industriegeschichte - der Mannesmannturm an der Burger Straße soll teilweise demontiert werden, FOTO: Bernd Bussang
Remscheid. Vom Sturm beschädigtes Stahlbauwerk soll repariert und wieder aufgestellt werden. Burger Straße bleibt gesperrt. Von Bernd Bussang

Wegen akuter Einsturzgefahr des durch Sturmböen beschädigten Mannesmannturms bleibt die Burger Straße auch heute in beide Richtungen gesperrt. Statiker hatten sich gestern Morgen erneut ein Bild von dem Bauwerk gemacht und geprüft, wie es stabilisiert werden kann. Das Ergebnis: Die Spitze des Turms, im Volksmund auch "Blauer Mond" genannt, soll heute mit Hilfe eines Spezialkrans vorübergehend entfernt werden, damit Reparaturarbeiten am Turm erfolgen können.

Durch den Sturm hatten sich in etwa acht Metern Höhe Bolzen an Verbindungsteilen der Stahlkonstruktion gelöst. "Der Turm kann dadurch bei Wind ins Schlingern geraten", erklärt Uwe von Lonski vom Bauaufsichtsamt. Die von Vodafone genutzten Mobilfunkantennen befinden sich in 18 Metern Höhe sind von der Demontage nicht betroffen. Die Reparaturzeit werde voraussichtlich vier bis sechs Wochen dauern. Danach soll die Turmspitze wieder aufgesetzt werden. Die Kosten übernimmt der Grundstückseigentümer Aldi.

Wann der Verkehr auf der Burger Straße wieder freigegeben wird, stand gestern noch nicht fest. Sollten die Wetterbedingungen eine Demontage der Spitze erlauben, werde der Rest des Turms als standfest erachtet, hieß es aus dem Bauaufsichtsamt. In diesem günstigen Fall könne der Verkehr noch im Laufe des heutigen Tages freigegeben werden.

Sturmtief "Niklas" fegt über NRW FOTO: dpa, fg

Auch der angrenzende Aldi-Markt und der dortige Parkplatz wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Sperrung hatte massive Auswirkungen auf den Berufsverkehr. Viele Pendler mussten sich den Weg durch Seitenstraßen bahnen. Noch in der Nacht hatte die Stadt provisorisch Umleitungen ausgeschildert. Über die Medien war auf die Sperrung hingewiesen worden. Betroffen war auch das Sana-Klinikum, allerdings im überschaubaren Rahmen. "Drei oder vier Patienten kamen an dem Morgen zu spät oder mussten termine verschieben, weil sie die längere Fahrzeit nicht eingerechnet hatten", sagte Kliniksprecher Fred Schulz. Weil die Strecke für ausnahmslos alle Fahrzeuge gesperrt ist, müssen auch die Rettungsdienste mitunter Umwege in Kauf nehmen, wenn sie die Klinik anfahren.

"Lebensgefahr!" steht auf Warnschildern an der abgesperrten Straße. Anwohner und Passanten nutzten am Morgen den ebenfalls gesperrten Fußweg dennoch. Die Burger Straße war am Dienstagabend von den Ordnungsbehörden für den Verkehr gesperrt worden, nachdem Hinweise von Passanten eingegangen waren, dass der stählerne Turm wankte. Der Mannesmannturm steht auf dem früheren Werksgelände des Unternehmens. Der Werbepylon ist 59 Meter hoch und wurde 1961 in Betrieb genommen. Seit einigen Jahren wird auf die Beleuchtung verzichtet. Das wird auch so bleiben. "Pläne einer Beleuchtung sind erst mal vom Tisch", sagt Prof. Horst A. Wessel. Vorsitzender des Fördervereins Mannesmann-Haus.

Die Burger Straße bleibt heute gesperrt. Erst wenn die Turmspitze entfernt ist, kann der Verkehr wieder rollen. FOTO: Bernd Bussang
Quelle: RP
 
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