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Remscheid
Manni II. - Riesenkran hievt neues MRT-Gerät in den vierten Stock

Remscheid: Manni II. - Riesenkran hievt neues MRT-Gerät in den vierten Stock
FOTO: Schütz Michael
Remscheid. Facharzt Hans-Timm Grabow lässt neue Technologie in seine Praxis einbauen. Von Verena Kensbock

Die Praxis von Hans-Timm Grabow ist ein wenig anders. Natürlich gibt es in der "Allee-Radiologie" ein Wartezimmer mit Illustrierten und Untersuchungsräume mit Bildern von paradiesischen Stränden an der Decke. Was aber anders und besonders ist, ist Grabows Leidenschaft für seine Technik. So hat er seiner technischen Ausrüstung ganz persönliche Namen gegeben: Der Kernspintomograph heißt Manni, der Computertomograph Sid und das Röntgengerät hört auf den Namen Diego. "Wie die Helden aus dem Animationsfilm Ice-Age", sagt Grabow und schmunzelt.

Diese Woche tut sich aber einiges bei den liebevoll benannten Gerätschaften. Denn sowohl das MRT Manni als auch das CT Sid werden gegen neue Exemplare ausgetauscht. "Damit sind wir wieder an der Speerspitze der Technologie", sagt Grabow. Dabei waren Manni und Sid noch gar keine alten Hasen. Sie wurden vor sechs Jahren angeschafft, für Grabow war es aber dennoch Zeit für Neues. "Mit den neuen Geräten sind wir Referenzzentrum. Wir können noch nicht freigegebene Technik testen und somit Forschung betreiben." Vorher müssen die neuen Geräte aber erst einmal in die Praxis geschafft werden. Über einen Kran werden die alten Apparate aus dem vierten Stock transportiert und ein neuer Manni und Sid angeliefert. Hans-Timm Grabow steht neben dem Kran, die Kamera um den Hals. Er schaut hoch, wie der alte Computertomograph aus dem Fenster geschoben wird. "Sowas machst du nicht oft im Leben", sagt er und drückt mehrmals auf den Auslöser, um keinen Moment zu verpassen.

Bis die neue Technik einsatzfähig ist, wird aber noch Zeit vergehen. Für den Computertomographen Sid steht am Freitag der Abnahmetermin an, ab Montag soll er genutzt werden können. Beim MRT Manni wird es sogar drei Wochen dauern. "Das ist ein langer Prozess. Alleine den Magnet runterzufahren, dauert einen Tag", sagt Grabow.

Einen eigenen Raum voll mit deckenhohen Technikschränken braucht es, damit der Kernspintomograph läuft. Hier muss alles entfernt und erneuert werden. Vom alten Gerät bleibt nur der zwei Meter lange Magnet übrig. Das ist nicht nur viel Arbeit, sondern auch ein großer finanzieller Aufwand: Insgesamt kostet die neue Technik fast zwei Millionen Euro.

Die Investition soll sich für die Patienten aber lohnen: Das alte MRT war mit über 100 Dezibel so laut wie Discomusik oder eine Motorsäge. Mit der neuen Technik sind es nur drei Dezibel. "Das ist eine normale Umgebungslautstärke", sagt Grabow. "Selbst eine Kaffeemaschine ist lauter." Damit ist die neue Technik vor allem für Angstpatienten und Kinder geeignet. Auch Patienten mit metallischen Implantaten sollen davon profitieren. Sie können den großen Magneten trotz Metallrückständen in künstlicher Hüfte oder Knie nutzen.

Was mit den alten Geräten passiert? "Die werden verkauft", sagt Grabow. Und obwohl er so an ihnen hängt, ist es kein schwerer Abschied. Denn die neuen Geräte werden auch Manni und Sid heißen. "Von Ice-Age gibt es schließlich auch mehrere Fortsetzungen."

Quelle: RP
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