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Remscheid
Maxi (11) ist Apotheker für einen Tag

Remscheid. Gestern jobbten Albert-Schweitzer-Realschüler für den guten Zweck - in Geschäften, Friseurläden, in Apotheken und bei den Eltern. Von Anna Mazzalupi

Zum Job des Pharmazeutisch-technischen Angestellten (PTA) gehört ein weißer Kittel. Für einen Tag trägt auch Maxi (11) einen. Denn der Schüler der Albert-Schweitzer-Realschule hilft freiwillig in der Apotheke Hussels aus. "Jobben für den guten Zweck" heißt die Aktion der Lenneper Schule. Für einen Tag gehen Schüler aller Jahrgangsstufen freiwillig arbeiten und verdienen dabei Geld. Den Lohn behalten die Jugendlichen allerdings nicht selbst, sondern spenden ihn für eine gute Sache. "Die Schüler sollen feststellen, dass sie mit Arbeit auch etwas Gutes tun können", erklärt Lehrer Roland Sterz, der zusammen mit Kollegen die Idee einer Frankfurter Schule zum Tag des Ehrenamts aus dem vergangenen Jahr für die Remscheider Schule leicht modifiziert hat.

In einem Arbeitsvertrag wurde festgehalten, wie lange gearbeitet und welcher Lohn am Ende ausgezahlt wird. Ob die Kinder in einer Firma oder bei Privatpersonen tätig sind, spielt dabei keine Rolle. Einige arbeiteten in Wuppertaler, Solinger oder Essener Unternehmen. Viele halfen beim Putzen oder Einkaufen zuhause oder bei den Nachbarn

Maxi wollte eigentlich auch dem Nachbarn beim Rasenmähen helfen. Die Apotheke war der Einfall seines Vaters. "Das war eine sehr gute Idee", stellt der Fünftklässler aber nach den ersten Stunden fest. Als "freiwilliger Helfer" hat er bei der Kundenberatung zugehört, Zeitschriften abgestempelt, das Verfallsdatum neuer Medikamente eingetragen und neue Ware eingescannt. "Das ist besser als Schule", ist er überzeugt.

Dieser Meinung ist auch Pascal (12), der einen Steinwurf entfernt von Maxi im Geschäft seines Vaters , Computer Gotzmann, in Lennep aushilft. Neue Ware einsortieren und auch einen Computer zusammensetzen, gehörte zu seinen Aufgaben. "Ich bin sonst nur in der Schule. Es ist toll, mal wegzukommen und zu sehen, was danach kommt", erklärt Pascal, warum er sich für die Aktion gemeldet hat.

Elif und Sara (beide 11) durften an ihrem Arbeitstag sogar unter Führung von Chefin Duygu Arslan mit der Maschine Haareschneiden. "Elfjährige Praktikanten sind schon ungewöhnlich", sagt Arslan von "D & G Haarstyle" mit einem Lachen. Das Projekt finde sie aber gut, denn so lernen die Kinder, Arbeit auch zu wertschätzen.

Eine entsprechende Entlohnung für den engagierten Einsatz zu finden, fand Maxis Chefin Claudia Hussels-Kapitza allerdings schwierig. "Man will den Kindern auch realistische Gehaltsvorstellungen geben. Für den guten Zweck rundet man aber auch gerne auf", sagt sie. Mit 15 Euro die Stunde hat Maxi zumindest einen recht guten Stundenlohn und Spendensumme erarbeitet.

Quelle: RP
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