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Remscheid
"Medaillenregen in Rio hilft Schießsport"

Remscheid: "Medaillenregen in Rio hilft Schießsport"
Augenklappe, Handschuhe, Schießweste - ausgerüstet wie die erfolgreichen Olympioniken sind auch die Sportschützen im Remscheider Schützenverein. Hier zielt Alexander Kreicker, stelltvertretender Vorsitzender. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Mitglieder des Remscheider Schützenvereins freuen sich über die Erfolge der deutschen Schützen bei den Olympischen Spielen in Rio. Vize-Vorsitzender Alexander Kreicker hofft sogar auf Mitgliederzuwachs in der Folge der Sommerspiele. Von Wolfgang Weitzdörfer

Die Schützen des deutschen Olympiateams haben bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ein sehr gutes Ergebnis erzielt: dreimal Gold und zwei Silbermedaillen sind ein Aushängeschild für die deutschen Teilnehmer. Darüber freuen sich auch die Remscheider Schützen. Und sie erhoffen sich einen Popularitäts-Schub für das Sportschießen - wie zum Beispiel Alexander Kreicker, der zweite Vorsitzende des Remscheider Schützenvereins.

Der 32-jährige Ingenieur für Oberflächentechnik hat die Schützenwettkämpfe aufmerksam beobachtet: "Das waren unglaublich spannende Wettkämpfe! Es ist nur schade, dass die Öffentlichkeit das so gut wie nie in dieser Form mitbekommt", sagt Kreicker. Umso mehr freut sich der Remscheider über die Erfolge der deutschen Schützen - gerade auch für den eigenen Verein. Denn durch die starke mediale Präsenz, durch die Übertragungen der Wettkämpfe durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, werde für Nischensportarten ein besonderes Interesse geweckt - sei es nun Sportschießen, Ringen, Judo, Hockey oder Rudern.

Und wenn die deutschen Sportler dann auch noch Erfolge feiern, wachse das Interesse der Öffentlichkeit. "Das ist jetzt eine tolle Gelegenheit für uns Schützen, den Menschen zu zeigen, dass wir ein echter Sport sind, dass wir weit mehr zu bieten haben als unser Schützenfest", betont Kreicker.

Aber die Übertragung der Olympischen Spiele alleine sei kein Allheilmittel, meint der 32-Jährige. "Jetzt sind die Vereine gefragt. Wir müssen den momentanen Schwung mitnehmen und uns aktiv nach außen hin präsentieren." Im besten Fall, sagt Kreicker, könnte sich dadurch der eine oder andere Remscheider motiviert fühlen, dem Verein beizutreten, um das Schießen mit Pistole, Gewehr oder Bogen - wie die siegreichen Olympioniken in Rio - selbst zu erlernen.

Darauf ist man im Remscheider Schützenverein nämlich durchaus stolz. "Wir haben all das im Repertoire, was bei den Sommerspielen in Brasilien auch zu sehen war - und sogar noch mehr", sagt Kreicker und fährt fort: "Bis auf Flintenschießen bieten wir alles an, was im Schießsport möglich ist." Für das Wurfscheibenschießen benötige man einen besonderen Schießstand, den es in Remscheid nicht mehr gibt. Dafür kann ein Mitglied im Remscheider Schützen allerdings - vom Luftgewehr bis zum Großkaliber - alle anderen Disziplinen erlernen. "Für die großkalibrigen Waffen sind wir in der Gegend mit dem PSV Wuppertal der einzige Verein, der über einen entsprechenden Schießstand verfügt."

Die Schießstände müssen polizeilich abgenommen und genehmigt sein, was vor allem mit den freigesetzten Energien einer abgefeuerten Kugel zusammenhänge, erklärt Kreicker. "Hinter einer Großkaliberpistole stecken natürlich ganz andere Kräfte als hinter einem Luftgewehr, das ist richtig gefährlich. Letztlich ist alles eine Frage der Sicherheit." Und die steht neben dem Spaß am Sport an oberster Stelle.

"Der Schießsport ist unheimlich vielfältig. Neben den drei Grundwaffenarten, Bogen, Pistole und Gewehr, gibt es so viele verschiedene Arten der einzelnen Waffen und noch mehr unterschiedliche Disziplinen", schwärmt Kreicker.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann einfach zu den Trainingszeiten ins Schützenhaus kommen und sich selbst ein Bild vor Ort machen: "Nachwuchs ist uns immer willkommen", betont Kreicker und setzt sein eigenes Training fort.

Quelle: RP
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