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Remscheid
Mehr 30er-Zonen sind nicht zu erwarten

Remscheid: Mehr 30er-Zonen sind nicht zu erwarten
Tempo 30 gilt etwa auch auf der Lüttringhauser Straße. Grund ist die Kindertageseinrichtung, die in einer repräsentativen Villa untergebracht ist. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Die Verkehrsminister wollen die Einrichtung etwa vor Kitas erleichtern. In Remscheid ist man schon weiter. Von Henning Röser

Die Städte sollen künftiger einfacher Tempo 30-Zonen vor Kindertagesstätten, Altenheimen oder Schulen einrichten können- auch wenn diese an Hauptstraßen liegen. Darauf haben sich die Verkehrsminister der Länder jetzt bei einer Konferenz in Rostock geeinigt. Eine flächendeckende 30-Regelung ist nicht vorgesehen.

Jürgen Beckmann, Leiter des Remscheider Ordnungsamtes, erwartet die schriftliche Zusammenfassung der Ergebnisse der Konferenz mit Interesse, aber ohne große Aufregung. Denn in Remscheid gibt es Tempo 30 eigentlich bereits überall dort, wo es um eines "schützenswerten Personenkreis" geht. Immer dort, wo damit gerechnet werden muss, dass diese Personen plötzlich und unerwartet auf die Fahrbahn treten, wird gehandelt. Ein Automatismus besteht allerdings nicht, betont Beckmann.

Jeder Fall wird zunächst geprüft. Wird etwa ein neues Altenheim eröffnet, trifft sich zunächst die Verkehrskommission aus Stadt und Polizei zu einem Ortstermin, um die Lage zu sondieren. Liegt dem Haus nur ein Waldstück gegenüber oder können die Bewohner ohne die Straßenseite zu wechseln ihre täglichen Besorgungen erledigen, ist Tempo 30 nicht zwingend. Die bestehenden Tempo 30-Zonen sind natürlich auch im Fokus der Geschwindigkeitsüberwachung der Stadt. So sieht der Plan des Ordnungsamtes vor, dass zum Tagesstart die beiden Messwagen der Stadt jeweils vor einer Schule oder einem Kindergarten Aufstellung nehmen. Die Seniorenheime sind dann eher später am Tag dran.

Eine Veränderung des Fahrverhaltens der Autofahrer hat Beckmann in den vergangenen Jahren nicht erkannt. "Die Tempo-Verstöße sind nicht mehr geworden", sagt er. Immer wieder gebe es mal Ausreißer, die viel zu schnell unterwegs sind. Ein Klassiker sind dabei jene Eltern, die ihr Kind vor der Arbeit noch schnell zur Kita fahren und es dabei besonders eilig haben.

Dass Tempo 30-Zonen situationsabhängig betrachtet werden, zeigt das Beispiel der Eberhardstraße. Anfang April hat die Stadt die Tempo 30-Regel an der viel befahrenen Landes-Straße aufgehoben. Nachdem die Kindertagesstätte Eberhardstraße Ende Dezember geschlossen wurde, gab es keinen Grund mehr, hier das zulässige Tempo per Anordnung zu reduzieren.

Die Autofahrer haben diesen Wechsel nach jahrelangem Langsamfahren an dieser Stelle noch nicht alle verinnerlicht. Auch aus Angst vor dem Messwagen der Stadt fließt der Verkehr hier weiterhin sehr langsam.

Dagegen hat Beckmann überhaupt nichts einzuwenden. Tempo 50 sei die zulässige Höchstgeschwindigkeit. "Das heißt nicht, dass man nicht auch langsamer fahren kann." Generell gelte, dass der Autofahrer seine Geschwindigkeit immer der Verkehrsituation anpassen müsse.

Quelle: RP
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