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Remscheid
Mehr Grün für das graue Industriegebiet Großhülsberg

Remscheid. Das Industriegebiet Großhülsberg am Rande Lüttringhausens und mit Anschluss an die Autobahn 1 gelegen ist das älteste Gewerbegebiet Remscheids. Auf rund 54 Hektar arbeiten 2000 Beschäftigte bei 90 Betriebsstätten. Der östliche Teil entstand 1967, der westliche knapp zehn Jahre später. Heute geht es darum, derlei in die Jahre gekommene Gewerbeparks nachhaltig und damit "enkeltauglich" zu gestalten, wie Susanne Smolka von der Unteren Landschaftsbehörde den Mitgliedern des Umweltausschusses erklärte. Von Stefanie Bona

Dazu beteiligt sich Remscheid am Forschungsverbundprojekt "Grün statt grau", das zu 100 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Weitere kommunale Partner sind die Städte Frankfurt und Marl, wissenschaftlich begleitet wird die Untersuchung von den Universitäten Osnabrück und Darmstadt, koordiniert vom Wissenschaftsladen Bonn. "Es geht zunächst nicht um Umsetzung von Ergebnissen. Das Projekt hat einen reinen Forschungsansatz", erklärte Smolka, die die Kontaktstelle vor Ort übernehmen wird.

In der Betrachtung liegt nur das Gebiet Großhülsberg. Gleichwohl sollen die gewonnenen Erkenntnisse einen Mehrwert für die angesiedelten Unternehmen haben und am Ende in ein tragfähiges Handlungskonzept münden. Auch die Stadt Remscheid werde mit den Resultaten arbeiten können. Am Anfang der Arbeit stehe zunächst eine Analyse, erklärte Smolka. In diesem Zusammenhang wird nach Betrieben gesucht, die Interesse an der Mitarbeit oder Unterstützung des Projekt haben. Das Ziel sei, alle Anlieger zu erreichen, was realistisch aber wohl nicht sofort gelingen werde. Aufgedeckt werden sollen im Rahmen der Untersuchung Synergieeffekte, auch hinsichtlich der Zusammenarbeit von dort beheimateten Firmen. Dies könne sich sogar in wirtschaftlicher Hinsicht als vorteilhaft herausstellen. Gerade in Großhülsberg stelle sich die Frage, wie man in die Freiräume mehr Grün bringen könne. "Manche Mitarbeiter haben Glück und können an das Gebiet angrenzende Grünflächen zum Aufenthalt in der Mittagspause in kurzer Zeit erreichen. Bei anderen sind die Wege einfach zu lang", zeigt die Landschaftsarchitektin auf. Daher müsse man sich überlegen, ob man kleine grüne Inseln auch innerhalb der Gewerbeflächen gestalten könne. Festzustellen sei auch, dass das Potenzial für Photovoltaikanlagen relativ groß sei. Doch bislang nutzten nur wenige Betriebe vor Ort die Sonnenenergie. Ebenso gehe um Energiekonzepte, um eine nachhaltige Verkehrsplanung und eine Reduzierung von Wasserverbrauch. Wenn ein älteres Gewerbegebiet wie Großhülsberg aufgewertet werde, trage dies auch zum Imagegewinn und damit zur besseren Gewinnung von Personal bei.

Quelle: RP
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