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Remscheid
Mehr Kinder wechseln zur Förderschule

Remscheid. Zehn Förderschüler verließen 2015/16 Regelschulen. Schulrätin: kein Scheitern der Inklusion. Von Solveig Pudelski

Versagt Inklusion bei einigen Kindern? Eine Reihe von Schülern mit Förderbedarf kommen mit dem Gemeinsamen Lernen auf der Regelschule nicht zurecht und wechseln auf die Förderschule. Im vergangenen Schuljahr waren es fünf, in diesem Schuljahr bisher zehn. Vier weitere mit dem Förderschwerpunkt Lernen kommen hinzu.

Diese Zahlen präsentiert die Verwaltung jetzt nach einer Anfrage der CDU-Fraktion. Sie hatte sich auf eine Online-Umfrage bezogen, wonach 80 Prozent der Förderschulen in NRW "Rückkehrer" aus dem Gemeinsamen Lernen aufnehmen. Gut die Hälfte komme aus einer Gesamtschule. "Die Zahlen belegen, dass der Rückgang von der Regelschule zur Förderschule deutlich gestiegen ist", sagte Alexander Schmidt, schulpolitischer Sprecher der CDU in der Sitzung des Schulausschusses mit Blick auf die Vorlage der Verwaltung.

Wie berichtet, hat die Stadt Remscheid Plätze für Kinder mit Förderbedarf an Regelschulen eingerichtet. Teilhabe oder "Inklusion" heißt das Schlagwort. Der Grundgedanke ist, dass kein Kind ausgeschlossen werden soll; die Türen der Regelschulen stehen Kindern mit Förderschwerpunkten wie Lernen, Sprache, sozial-emotionale Entwicklung offen. Sie werden individuell gefördert.

Als ein Scheitern der Inklusion sollten solche Wechsel aber nicht interpretiert werden, sagte Schulrätin Brigitte Dörpinghaus. Den Begriff "Rückkehrer" fand sie unpassend. "Oftmals waren Schüler vorher nicht auf einer Förderschule", sagte sie. Grundsätzlich gehe es darum, den "besten Förderort" für ein Kind zu finden. Daher bildeten die Förderschulen - Karl Kind, Heinrich Neumann und Hilda Heinemann - einen unverzichtbaren Bestandteil der Remscheider Schullandschaft.

Ein Kind, das zur Förderschule wechselt, müsse nicht gescheitert sein, "es muss - salopp ausgedrückt - wieder auf die Spur gebracht werden", betonte Dörpinghaus. So sei es durchaus möglich, dass es später wieder auf eine Regelschule geht. "Ich bin froh, dass wir die Förderschulen erhalten haben", sagte die Schulrätin. Die Nachfrage auf Elternseite sei nach wie vor vorhanden.

Im Schuljahr 2014/15 gab es 727 Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, davon gingen 319 (43,9 Prozent) auf eine Regelschule, 408 auf eine Förderschule. Dieses Schuljahr sind es 739 Kinder, von denen 339 (45,9 Prozent) auf eine Regelschule gehen, 400 auf eine Förderschule. Das heißt, dass der Anteil am Gemeinsamen Lernen leicht gesteigen ist.

Tenor der Schulpolitiker ist, dass es richtig war, die Förderschulen in Remscheid zu erhalten.

Quelle: RP
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