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Remscheid
Metaller fordern ein Gehaltsplus wie die Mitarbeiter der Stadt

Remscheid: Metaller fordern ein Gehaltsplus wie die Mitarbeiter der Stadt
FOTO: Kempner, Martin (mak)
Remscheid. IG Metall erhöht mit Warnstreik und Sternmarsch in Solingen Druck auf Arbeitgeber. Diese halten die Aktionen für "völlig unnötig". Von Martin Oberpriller und Christian Peiseler

Die Streikenden mit ihren roten Westen gaben gestern in der Solinger Innenstadt nicht nur farblich den Ton. Über 800 Beschäftigte der Metallindustrie aus Solingen und Remscheid haben gestern Mittag auf dem Mühlenplatz - teilweise recht lautstark - für mehr Gehalt demonstriert. Mit dem Warnstreik wollte die Gewerkschaft IG Metall so vor der nächsten Verhandlungsrunde so den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, nachdem diese zuletzt lediglich ein Angebot von 2,1 Prozent mehr Geld für die kommenden zwei Jahre gemacht hatten.

Aus Sicht der Gewerkschaft ist dies entschieden zu wenig. "Das ist eine reine Mogelpackung", sagte Marko Röhrig, Geschäftsführer und erster Bevollmächtigter der IG Metall Remscheid-Solingen. Er hatte die Kollegen in den Betrieben deshalb für gestern - nach Auslaufen der Friedenspflicht am 29. April - zu jeweils bis zu zwei Stunden dauernden Arbeitsniederlegungen in allen Schichten aufgerufen. Die Gewerkschaft verlangt ein Lohnplus von 4,5 bis fünf Prozent für die nächsten zwölf Monate. Es könne doch nicht sein, dass es im Öffentlichen Dienst bei finanziell schlecht gestellten Städten einen Zuwachs für die Beschäftigten gebe, während die Metallarbeitergeber trotz guter Geschäfte viel weniger zahlen wollten, sagte Marko Röhrig. Tatsächlich hatte die Gewerkschaft Verdi in der vergangenen Woche unter anderem für Stadtmitarbeiter eine Lohnerhöhung von 4,75 Prozent für insgesamt zwei Jahre durchgesetzt.

Die IG Metall kündigte gestern zusätzliche Streik-Maßnahmen an, sollte sich die Arbeitgeberseite bei der nächsten Verhandlungsrunde nicht deutlich bewegen. "Die Beschäftigten sind durchaus kampfbereit. Wir sind auf 24-Stunden-Streiks nach Pfingsten vorbereitet", sagte IG-Metall-Geschäftsführer Marko Röhrig. Als "völlig überflüssig" bezeichnete Markus von Dreusche, geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Remscheid und Umgebung, den Warnstreik. Im Ausland habe niemand Verständnis für Arbeitsniederlegungen. Vielmehr werden internationale Kundenbeziehungen empfindlich gestört. Warnstreiks machten zudem einen Tarifabschluss nicht leichter.

Auch die Mitarbeiter von einigen Remscheider Firmen wie etwa Salzgitter Mannesmann beteiligten sich an dem Warnstreik. Sie bewegten sich wie ihre Solinger Kollegen in einem Sternmarsch auf die City zu.

Quelle: RP
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