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Remscheid
Metropol-Kino vor dem Aus

Remscheid. Georg Dawo, Geschäftsführer des Lichtspieltheaters an der Alleestraße, hat Insolvenz angemeldet. Im vorigen Jahr kamen 25 Prozent weniger Zuschauer. Der Insolvenzverwalter hat wenig Hoffnung, das Kino zu retten. Von Christian Peiseler und Henning Röser

Am Dienstagabend saß Georg Dawo wie immer an der Kasse, verkaufte Karten, Popcorn und Getränke an die Besucher des Abendfilms der Filminitiative. Dass er am Tag zuvor beim Amtsgericht Wuppertal die Insolvenz des Kinos angemeldet hat, war dem Mann mit dem Rauschebart und den roten Hosenträgern nicht anzumerken.

"Der Insolvenzantrag kommt ziemlich spät", sagte Rechtsanwalt Sven Bader, der als vorläufiger Insolvenzverwalter sich um die Belange des Lichtspielhauses kümmert. Es werde sehr schwierig, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Zwei Monate habe er Zeit, die Weichen neu zustellen. Bader muss an zwei Fronten kämpfen. Zum einen drohen die Verleiher, keine Filme mehr nach Remscheid zu schicken. Zum anderen sei kaum noch Geld verfügbar. Sollte mit den Gläubigern keine Einigung erzielt werden können, müsse das Metropolkino vorübergehend geschlossen werden.

Den wirtschaftlichen Niedergang des Metropoltheaters sieht Bader in einem massiven Einbruch der Zuschauerzahlen begründet. Im vorigen Jahr kamen 25 Prozent weniger Besucher. Vor allem die Monate Januar und Dezember waren für das Kino ein Desaster. Bei Schnee und Eis ging abends keiner mehr vor die Türe.

Vermieter verhandelt

Nach Auskunft von Bader habe Dawo die Räume an der Alleestraße gemietet. Der Vermieter habe bereits das Gespräch mit anderen Betreibern gesucht. Doch bisher habe sich noch nichts Konkretes ergeben. Das Kino beschäftigt drei fest angestellte Mitarbeiter und sieben Aushilfen.

Mit Kino-Pleiten in Remscheid hat Dawo Erfahrung. Als er 1994 in die Werkzeugstadt kam, existierte neben dem Metropoltheater noch das Union-Kino am Markt mit seinen zwei Sälen. Von seinem damaligen Konkurrenten Walter Semmler übernahm er 2001 die Säle und investierte. Nach vier Jahren stellte sich heraus, dass zwei Kinos für Remscheid ein Kino zu viel sei. Dawo entschied sich für den Standort an der Alleestraße.

"Wir spielen erst mal weiter"

"Wir spielen erst mal weiter", sagte Dawo gestern der BM. Die Einnahmen seien zuletzt soweit zurückgegangen, dass das Kino nicht mehr wirtschaftlich arbeiten könne, nannte er die Gründe für die Insolvenz.

Quelle: RP
 
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