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Remscheid
Metropol schließt – Kino geht weiter

Remscheid. Die Besucher der Filminitiative am Dienstagabend kamen vergebens. "Vorstellung fällt aus" stand über den Plakat des angekündigten "Goethe"-Films. Der Verleih hat die Filmrolle nicht mehr an das insolvente Kino geschickt. Von Christian Peiseler

Geschäftsführer Georg Dawo teilte mit: "Wir machen in zwei Wochen dicht." Dann endet ein Stück Kinogeschichte in Remscheid und ein neues Kapitel beginnt. "Es wird in jedem Fall in Remscheid weiter ein Kino geben", sagt Insovenzverwalter Sven Bader.

200 000 Euro Investitionen

Wer der künftige Pächter des Lichtspieltheaters an der Alleestraße sein wird, das wollte Hans-Peter Schmitz, Vermieter der Immobilie, nicht sagen. Er bestätigte aber, dass auch künftig in seinem Haus Filme gezeigt werden. Fest steht auch: Das Kino muss gründlich renoviert werden. Wer einen Blick auf die Stuhlreihen in den vier Kinosälen wirft, sieht überall aufgerissene Schaumstoffpolster. Filme in 3-D-Technik kann das Kino auch nicht zeigen.

Bei den fälligen Investitionen ist von 200 000  Euro die Rede. "Das Haus scheint mir insgesamt sehr baufällig zu sein", sagt Bader. In zwei Wochen endet das vorläufige Insolvenzverfahren. Erst danach kann und will Schmitz den neuen Pächter und einen genauen Zeitplan für die Übernahme vorstellen. Den wirtschaftlichen Niedergang des Metropoltheaters sieht Bader in einem massiven Einbruch der Zuschauerzahlen begründet.

Im vorigen Jahr kamen 25 Prozent weniger Besucher. Vor allem die Monate Januar und Dezember waren für das Kino ein Desaster. Bei Schnee und Eis ging abends keiner mehr vor die Türe. Vor knapp zwei Monaten meldete Dawo beim Amtsgericht Wuppertal Insolvenz an.

Mit Kino-Pleiten in Remscheid hat Dawo Erfahrung. Als er 1994 in die Werkzeugstadt kam, existierte neben dem Metropoltheater noch das Union-Kino am Markt mit seinen zwei Sälen. Von seinem damaligen Konkurrenten Walter Semmler übernahm er 2001 die Säle und investierte. Nach vier Jahren stellte sich heraus, dass zwei Kinos für Remscheid ein Kino zu viel sei. Dawo entschied sich für den Standort an der Alleestraße. "Ich muss mir irgendwo etwas Neues suchen", sagt Dawo.

Quelle: RP
 
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