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Remscheid
Mit Bewerberhandbuch die Chefs von eigenen Stärken überzeugen

Remscheid. Ramazan (18) und Mustafa (17) gehören zu den Jugendlichen, die sich im neu aufgelegten Bewerberbuch des Berufsbildungszentrums der Industrie (BZI) potenziellen Arbeitgebern vorstellen. Auf knapp 100 Seiten präsentieren sich junge Menschen, die bei der Suche nach einer industriellen oder handwerklichen Berufsausbildung bisher erfolglos waren. "Wir haben viele Bewerbungen geschrieben, sind aber oft gar nicht erst zum Einstellungstest eingeladen worden", erzählt Mustafa von den bislang enttäuschenden Erfahrungen. Mit dem Bewerberbuch verbinden beide die Hoffnung, dass Ausbilder nun trotzdem auf sie aufmerksam werden. Von Stefanie Bona

BZI-Geschäftsführer Michael Hagemann weiß, dass viele junge Leute das Potenzial für eine Ausbildung haben, wenn man sie nur entsprechend fördert. Aus unterschiedlichen Gründen gehen ihre Bewerbungen in der Vielzahl von Schreiben, die in den Personalabteilungen der Betriebe auf dem Tisch landen, unter. Der eine kann vielleicht keine guten Noten vorweisen, andere haben möglicherweise kein gutes Händchen für eine ansprechende Bewerbungsmappe bewiesen.

Im Bewerberbuch stellen sie sich nun mit professionell aufgenommenen Porträtfotos, ihren Kontaktdaten, absolvierten Praktika, Hobbys und persönlichen Stärken vor. "Dabei sind viele Jugendliche ausgesprochen zurückhaltend. Dass zum Beispiel ein ehrenamtliches Engagement als Fußballtrainer gut bei den Ausbildern ankommt, ist vielen überhaupt nicht bewusst", erzählt Diplom-Pädagogin Suse Hartmann, die das Projekt begleitet hat.

Die meisten der jungen Leute, die über den Weg dieser Veröffentlichung einen Ausbildungsplatz suchen, besuchen das Ausbildungsvorbereitungsjahr im BZI. Andere wurden über die Schulen eingeladen, ihren Steckbrief für das Buch einzureichen. Erfahrungen erfolgreicher Vermittlungen, die es mit einem vor zwei Jahren herausgegebenen Bewerberbuch gegeben hat, haben Michael Hagemann bestärkt, eine Neuauflage zu starten. Über die in gedruckter und digitaler Form erschienene Publikation möchte er Arbeitgeber motivieren, nicht auf vermeintliche Schwächen, sondern auf Talente und auch den Ausbildungswillen der Kandidaten zu schauen. Ein Migrationshintergrund, so weiß Hagemann, spiele für die Unternehmen in Remscheid überhaupt keine Rolle.

So sieht er in dem Bewerberbuch, das auch für das nächste Jahr geplant ist, eine gute Chance ebenso für die vor Ort lebenden Flüchtlinge. Neben einer EU-Förderung haben die Lux-Stiftung, die Stiftung der Remscheider Stadtsparkasse, die Bürgerstiftung Remscheid und die Walbusch-Jugendstiftung das Projekt unterstützt.

Quelle: RP
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