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Remscheid
Mit dem Charme der Pippi Langstrumpf

Remscheid: Mit dem Charme der Pippi Langstrumpf
Remscheid. Eine moderne und überraschende Inszenierung von "Die Schöne und das Biest" im Teo Otto Theater. Von Cristina Segovia-Buendía

Märchenhafter Nachmittag im Teo Otto Theater: Das Hessische Landestheater Marburg gastierte am Dienstag in Remscheid. Mit ihrer bezaubernden Inszenierung von "Die Schöne und das Biest", erfrischend und sehr unterhaltsam, lockten sie vor allem viele Kinder und ihre Eltern zur kurzweiligen Vorstellung.

Spätestens seit der Disney-Verfilmung ist den Meisten die Geschichte der schönen Belle und dem Biest, ein verwunschener Prinz, bekannt. Das junge Ensemble überraschte mit neuen Figuren, wie der Mann in Pink, seiner französischen Assistentin Cécile und einem süßen Kaninchen, und nutzte für ihre Erzählung verschiedene Techniken, Schattenspiel, Rap- und Tanzeinlagen, die das Stück modernisierten und spannend machten.

Der Mann in Pink, eine schräge Kunstfigur im gemusterten Anzug und clownesk geschminktem Gesicht, großartig verkörpert durch Schauspieler Sebastian Muskalla, führte als Erzähler durch die Geschichte. Unterstützt wurde er von Cécile (Insa Jebens), einer aufgeweckten Fee mit französischem Akzent.

Die Vorgeschichte zum Stück, wie der Prinz in ein Biest verwandelt wurde, erzählten sie mit Hilfe eines tollen Schattenspiels. Muskalla und Jebens unterbrachen das Stück mehrmals überraschend mit Albernheiten, die die Kinder deutlich hörbar zum Lachen brachten. Ihr Erscheinen nutzten ihre Kollegen hinter der Kulisse für schnelle Szenen- und Kostümwechsel.

Das Publikum, derweil gut unterhalten, bekam vom Wechsel hinter dem Vorhang nichts mit. Das Kaninchen (Thomas Huth), das immer wieder mal auf die Bühne hoppelte, half dabei, dem Publikum die Gedanken der verschiedenen Figuren zu offenbaren. Indem er ihnen eine Art Sieb an einer Angel über den Kopf hielt, wurden die Gedanken hörbar. Mit der ersten Begegnung zwischen Belles Vater (Jürgen Helmut Keuchel) und dem Biest (Daniel Sempf) stiegen die Schauspieler in die Szene ein.

Die Kulisse war schlicht aber funktional, sodass der Zuschauer problemlos in die Geschichte eintauchen konnte. Den Rest erledigten die Schauspieler mit ihrem Können.

Daniel Sempf trat mit felligem Tierkopf und feiner Samtrobe mit goldener Bestickung auf die Bühne und überzeugte durch rauchiges Knurren und aufbrausendes Temperament. Belle dagegen, gespielt von Lene Dax, kam als eine Art Pippi Langstrumpf daher, aufgeweckt und mutig. Eine, die es problemlos mit dem furchteinflößendem Biest aufnehmen konnte.

Eine großartige Inszenierung des jungen Ensembles, überraschend unterhaltsam und erfreulich erfrischend.

Quelle: RP
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