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Remscheid
Mit dem Körper alles erzählen können

Remscheid. Ein internationaler Schauspielworkshop im Rotationstheater setzt auf neue Ausdrucksmöglichkeiten. Von Anna Mazzalupi

Schreien, lachen, weinen, und das alles nicht nur mit der Stimme, sondern mit dem ganzen Körper. Das ist gar nicht so einfach. Um Emotionen zu zeigen, muss man aus sich heraus gehen können.

Wie man Gefühle überzeugend auf der Bühne darstellt, war nur eins der Themen der internationale Schauspielprojektwochen im Rotationstheater. Insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler übten sich in zwei Gruppen während der Herbstferien unter anderem im Improvisations- oder Bewegungstheater sowie Physical Comedy.

"Ich lerne gerne dazu und will mich weiterentwickeln", sagt die 34-Jährige Schauspielerin India Antony aus Köln, für die der Bühnenkampf ganz neu war. Ihr gefällt besonders die amerikanische Art des Schauspiels. "Das ist spannend, weil ich mehr an meine Emotionen ran komme. Das ist Lust am Spielen", schwärmt Antony. In dem Kurs schwinge eine gewisse Leichtigkeit mit.

Nach jeder kleinen Aufführung geben sich die Teilnehmer konstruktive Kritik. Was war gut? Woran muss man noch arbeiten? "Das ist Pflicht", erklärt Schauspiellehrer Oliver Scheemann, der als Leiter des Actor's Studio NRW bereits zum zweiten Mal bei den Schauspielwochen in Lennep dabei ist, in diesem Jahr federführend auch als Organisator. "Man braucht neue Impulse, damit die Kreativität nicht einschläft", ergänzt der Theaterpädagoge. Deshalb gehört zu dem Coaching-Team neben der Französin Chrystel Guillebeaud auch das amerikanische Duo Meredith Fox und Christopher Beaulieu, die bereits im vergangenen Jahr dabei waren.

Das amerikanische Spiel lebt von der Arbeit mit dem Körper, der die Sprache ist. Das Deutsche sei eher kopflastig, "smart but not moving", erklärt Beaulieu, der bereits Gastauftritte mit dem Ensemble seiner Kunstakademie "Creatively Independent" im Rotationstheater feierte. "Die Gruppe ist fantastisch. Sie haben eine unglaubliche Bereitschaft zu spielen", sagt er begeistert auf Englisch.

"Ich habe viel Neues gelernt. Wichtig ist es, auf die Haltung zu achten und körperliche Nähe zuzulassen", sagt Teilnehmerin Vera Leskovska (39), die extra aus Nürnberg anreiste und über Facebook von dem Kurs erfuhr. Das Maskentheater hat ihr am besten gefallen, weil man dabei mit dem ganzen Körper Emotionen darstellen muss. "Die Amerikaner zeigen uns, dass Bewegungen machbar sind, die wir nicht für möglich gehalten haben. Wir können von dem kulturellen Austausch nur profitieren", sagt Scheemann, der gerne auch mehr Bergische für das Schauspiel begeistern will.

Quelle: RP
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