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Remscheid
Mit den Russen reden

Remscheid: Mit den Russen reden
Auf nach Russland - Stefan Klett , Klaus Mathies , David Schmidt , Alvonso Crespo , Daniela Hannemann, OB Mast Weisz , Hermann Korfmacher (v.li.) . FOTO: Hertgen
Remscheid. Remscheider Musiker und Fallschirmspringer reisen gemeinsam nach Russland. Von Stefanie Bona

Sport und Kultur ziehen vor Ort an einem Strang und wollen dies jetzt auch bei einer Reise zur Völkerverständigung demonstrieren. Gemeinsam werden die Mitglieder des Kinder- und Jugend-Balalaika-Orchesters Druschba und Sportler des Fallschirmclubs Remscheid vom 4. bis 13. Oktober nach Russland reisen. Dort gibt das der Lenneper Schule für Musik, Kunst und Theater angeliederte Folkloreensemble drei Konzerte in Moskau und eins in St. Petersburg. Die Fallschirmspringer mit dem Vereinsvorsitzenden Klaus Mathies an der Spitze werden dabei genauso in den Ost-West-Dialog treten wie die jungen Musikerinnen und Musiker.

"70 Jahre nach Kriegsende - das soll ein besonderer Themenschwerpunkt sein", erläuterte Musikschulleiter David Schmidt gestern bei einem Pressegespräch in der Lenneper Filiale der Stadtsparkasse Remscheid, die das Orchester bei der Wiederanschaffung von Musikinstrumenten unterstützt, die bei einer Auslandsreise beschädigt worden waren. Die neuen Instrumente sollen direkt in Moskau erworben werden.

Bei den Treffen mit russischen Jugendlichen und Erwachsenen, an denen auch die Fallschirmspringer teilnehmen werden, sollen Vergleiche zwischen beiden Ländern hinsichtlich des Umgangs mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gezogen werden. "Für die Russen war dies ein Tag des Sieges, für Deutschland der Tag der Befreiung", erinnert David Schmidt. Die Luftsportler wollen ebenso Beziehungen zum dortigen Sport pflegen. Das Equipment werde dazu durch die russischen Partner gestellt. Dass es durch die politischen Spannungen dieser Tage schwieriger ist, die Einreise zu organisieren, werde die Gruppe nicht von ihrem Vorhaben abbringen, betont Klaus Mathies. "Die bürokratischen Hindernisse halten uns nicht ab."

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hat die Schirmherrschaft über die Reise übernommen und begrüßt die Kooperation ausdrücklich. "Die politische Großwetterlage ist sehr schwierig. Daher sind Begegnungen zwischen den Menschen umso wichtiger." Dass sich dazu zwei Institutionen verbinden, von denen man eigentlich keine Gemeinsamkeiten erwarte, mache einen besonderen Reiz der Zusammenarbeit aus.

Unterstützt wird die Kooperation vom Sportbund Remscheid. "Wir haben uns immer geweigert, eine Konkurrenz zwischen Sport und Kultur zu sehen", betonte Sportbund-Geschäftsführerin Daniela Hannemann auch hinsichtlich des Anspruchs auf finanzielle Förderung, den beide Bereiche an die Kommune richten.

Quelle: RP
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