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Remscheid
Mit einem kleinen Pfeifen durch die Kurve

Remscheid. In der Fun-Box in Lennep startete die Saison des "NRW-Fun&Touring-Cups". Von Anna Mazzalupi

Schnell und wendig passieren die Autos den Parcours. Die Karosserien glänzen in vielen Farben und mit Mustern wie Flammen und Streifen. Sogar eine Oldtimer-Klasse gibt es. Wer in der Kurve zu viel Gas gibt, kann sich überschlagen oder ein anderes Auto von der Strecke drängen. Zum Glück bleibt es bei Sachschäden. Denn bei den Autos handelt es sich um Modellrennwagen. Die Fahrer des ersten Laufs zur neuen Saison des "NRW-Fun&Touring-Cups" stehen in der Funbox in Lennep auf der Empore und lenken ihren kleinen Flitzer von dort aus über die Teppich-Rennstrecke.

Trotzdem haben die kleinen Flitzer ziemlich Speed drauf. Auf bis zu 30 Stundenkilometer kommt solch ein Wagen. Der schnellste Fahrer schafft die Runde in etwa zwölf Sekunden. Dank Elektromotor hört man nur ein kleines Pfeifen. Gefahren wird mit Front- oder Allradantrieb.

Entscheidend beim Modellautorennsport sei das Talent des Fahrers, der mittels Steuerung und kleinem Lenkrad steuert, erklärt Frank Zickler vom RCCars Bergisch Born. Der Verein mit rund 25 Mitgliedern richtete das Rennen in Remscheid aus. Für den Saisonstart wurde der Streckenverlauf verändert. Der Wagen wird vom Fahrer selbst zusammengebaut, gewartet oder nach einem kleinen Unfall repariert. Dafür gibt es am Streckenrand ein Fahrerlager, sozusagen die Boxengasse.

Die rund 53 Teilnehmer aus dem Bergischen, Ruhrgebiet, Märkischen Kreis und aus anderen Teilen NRWS traten in neun Klassen über fünf Runden gegeneinander an. Gefahren wird auf Zeit, ein Transponder ermittelt in den sechsminütigen Durchgängen die Zeiten jedes einzelnen. Die drei besten Runden sind für die spätere Wertung und die Entscheidung über den Tagessieger ausschlaggebend. Neben dem Wettkampfgeist steht das faire Miteinander im Mittelpunkt. "Wenn einer vielleicht nicht das passende Ersatzteil dabei hat, hilft man sich schon mal aus", sagt Zickler. Vereinzelt fahren auch Frauen um den Sieg.

Kurz vor dem Start wird das Auto genau unter die Lupe genommen: Nur die erlaubte Technik darf zum Einsatz kommen. Heizdecken zum Aufwärmen der Räder oder Kleber für eine bessere Haftung der Reifen sind gängige Tricks. "Es ist wirklich wie eine Familie und macht Spaß", sagt Hans Budde (66) aus Kamen. Bis zu 25 fahrbereite Modelle hat der ehemalige Fachverkäufer für Modellbau-Spielsachen. Bei Rennen tritt er auch häufig gegen seine Frau an. In Remscheid gefalle ihm vor allem eins: die Leute.

Quelle: RP
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