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Remscheid
Mit einem Lächeln Deutsch lernen

Remscheid: Mit einem Lächeln Deutsch lernen
Alina Krygiel ist Seiteneinsteiger-Lehrerin an der Gemeinschaftsgrundschule Steinweg. Zu ihren Schülerinnen gehören auch die syrischen Geschwister Symal (7) und Rousil (10). FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Alina Krygiel hilft Flüchtlingskindern beim Einleben in das Schulsystem. Sie betreut zwölf Nationen. Von Anna Mazzalupi

Alina Krygiel (27) hat ihre Ohren und Augen immer gleichzeitig an mehreren Stellen: Aufgabenblätter kontrollieren, aufpassen, dass beim Spielen jeder mitmacht oder Hilfestellung bei der Matheaufgabe geben.

Krygiel ist Förderlehrerin für Deutsch, Englisch und Mathe. Seit Mai unterrichtet sie den Seiteneinsteigerkurs an der Grundschule Steinberg. Im August ist die Grundschule Kremenholl mit der Dependance am Honsberg dazu gekommen. Insgesamt hilft sie 27 Kindern aus zwölf Nationen, außerhalb des Regelunterrichts die Sprache zu lernen und sich so schneller im Schulablauf zurechtzufinden. "Ich bin immer an 20 Baustellen gleichzeitig", erklärt Krygiel mit einem Lächeln.

Die Lehrerin mit Wurzeln in Österreich und Amerika ist selbst bilingual aufgewachsen, hat in Amerika und Deutschland gelebt und spricht zudem noch Spanisch, Italienisch, Französisch und auch ein bisschen brasilianisches Portugiesisch. "Mir ist die Integration ganz wichtig", sagt Krygiel, die mit den Kindern ausschließlich Deutsch spricht. Mit ihrer Arbeit will sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass auch Flüchtlingskinder bessere Chancen haben, in dem neuen Land Fuß zu fassen und auch für eine anspruchsvolle weiterführende Schule gerüstet zu sein.

"Viele der Kinder sind richtig schlau", erzählt die Leverkusenerin, die zu jedem ihrer Schützlinge eine besondere Bindung aufgebaut hat. Viele seien durch die Flucht traumatisiert. "Jeder hat seine ganz eigene Geschichte. Da muss man auch Dinge leisten, die über die Sprach- und Matheförderung hinaus reichen: Den Kindern Vertrauen und Schutz bieten und zeigen, dass auch die anderen Lehrer für sie da sind".

Neuankömmlinge, die noch kein Deutsch können, lernen zuerst über Bildkarten Begriffe zur Schule. Dazu gehört auch, dass man bei einem Rundgang durch das Gebäude die Dinge direkt sieht und anfasst. Später lernen sie ganze Sätze, etwa mit Hilfe von Arbeitsblättern, aber auch beim Spielen untereinander.

"Das Spielerische ist wichtig, weil sie dann untereinander kommunizieren und den Wortschatz vertiefen", hat die Lehrerin festgestellt.

Symal (7) aus Syrien lernt zum Beispiel an der Schule Steinberg erst seit Mai mit ihrer Schwester Rousil (10) Deutsch, hat aber bereits große Fortschritte gemacht. Das Mädchen hat ein breites Grinsen auf den Lippen, während sie mit vier Kindern aus anderen Nationen an einem Tisch spielerisch die Sprache lernt.

"Wenn man die Möglichkeit sucht, einen Beitrag zu leisten, ist das hier die richtige Stelle", ist sich Krygiel sicher.

Quelle: RP
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