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Remscheid
Mit Fleiß zum Ausbildungsvertrag

Remscheid: Mit Fleiß zum Ausbildungsvertrag
Farhad Ahmadi unterschrieb als erster aus dem Ausbildungsvorbereitungsjahr einen Ausbildungs-Vertrag als Maschinen- und Anlagenführer. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Röntgen-Metallsägen hat dem Afghanen Farhad Ahmadi eine Lehrstelle gegeben. Der 18-Jährige hat zuvor ein Vorbereitungsjahr des BZI absolviert und dabei seinen neuen Arbeitgeber überzeugt. Von Anna Mazzalupi

Mit Metall hatte Farhad Ahmadi (18) vorher noch nicht gearbeitet. Durch das Ausbildungsvorbereitungsjahr des Berufsbildungszentrums der Remscheider Metall- und Elektroindustrie (BZI) lernte er das Berufsfeld kennen. Bei einem Praktikum überzeugte er die Verantwortlichen der Firma Röntgen Metallsägen mit seinem Engagement und erhielt einen Ausbildungsvertrag zum Maschinen- und Anlagenführer.

Ahmadi ist der erste von vier Flüchtlingen aus der Klasse, der einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat. Seit einem Jahr ist der junge Afghane, der mit seinen Eltern im Iran lebte und dort fünf Jahre die Schule besuchte, in Remscheid. Mit drei weiteren Flüchtlingen erhielt er im letzten Jahr dank der Kooperation des BZI und der internationalen Klassen der Berufskollegs und Initiativen der Flüchtlingshilfe eine Chance auf eine berufliche Perspektive. "Am Anfang habe ich Angst gehabt und habe gedacht, ich schaffe das wegen der deutschen Sprache nicht. Aber hier bin ich mit netten Menschen in Kontakt gekommen und habe gut gelernt", resümiert der frische Azubi das Jahr.

Zur beruflichen Integration von Flüchtlingen zählen beim BZI die Teilnahme an der Berufsorientierung und dem Vorbereitungsjahr, an dem sie gemeinsam mit weiteren Schülern teilnehmen. Zudem erhalten die Flüchtlinge durch das BZI-Projekt "Willkommenslotsen" berufsspezifische Sprachförderung.

Ahmadi hat in dem Jahr bereits sehr gut Deutsch gelernt. Wenn er sich noch verbessert, hat er die Aussicht darauf, seine zweijährige Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker auszubauen. Mit Blick auf seine Bleibeperspektive hat er bereits zum 1. Juni bei Röntgen-Metallsägen angefangen. "Er hat einen guten Grundstock mitgebracht und durch sein Engagement gezeigt, dass er hier arbeiten will", sagt Geschäftsführer Marcus Jankowski.

Aus Unternehmersicht sehe er das Ausbildungsvorbereitungsjahr als gute Möglichkeit, geeignete Fachkräfte zu finden und auszubilden. "Das ist keine Wohlfahrtsveranstaltung, wir brauchen wirklich Fachkräfte", betont Managing Director Klaus Müsch. Über das Praktikum lerne man sich gegenseitig kennen. Auf die Weise werde auf Fähigkeiten und Potenzial fernab von schulischen Qualifikationen und bürokratischen Hürden geschaut, erklärt BZI-Geschäftsführer Michael Hagemann, der auch den Staat in der Pflicht sieht, früher mehr für die Integration der Flüchtlinge, etwa durch Sprachkurse, zu tun. Denn einer der betreuten Flüchtlinge kommt erst jetzt in den notwendigen Integrationskurs, kann deshalb noch keine Ausbildung beginnen.

Farhad Ahmadi ist sich sicher, die Ausbildung bei Röntgen-Metallsägen gut zu absolvieren. Er will seine Chance nutzen und in Deutschland bleiben. Bei seinem Vorhaben wird er weiter durch das Projekt des BZI mit berufsspezifischen Sprachunterricht begleitet.

Quelle: RP
 
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