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Remscheid
Mit gespendeten Stiften einen Mini-Bus finanzieren

Remscheid. Man kann mit Stiften einen ganzen Bus kaufen? Recycling, persönlicher Einsatz und Kreativität machen es möglich. Tagesmutter Nadine Lindner von der Kindertagespflege Zwergenvilla sammelt seit knapp drei Monaten alte Stifte, die sie einem Recycler in Berlin für je zwei Cent verkauft. 250.000 Stück sind nötig, um den Kauf eines Kinderbusses zu finanzieren. Diese motorisierte Luxusvariante eines Kinderwagens macht Lindner in Zukunft leichter und sicherer, Ausflüge mit ihren fünf Schützlingen zu unternehmen. Von Hagen Thiele

"Jeder Stift zählt", meint Lindner, die inzwischen etwa 15.000 Stück gesammelt hat. Die Tagesmutter beweist großen Einsatz. Inzwischen hat sie alleine in Remscheid zwanzig Sammelboxen aufgestellt, in die jeder seine alten Stifte als Spende einwerfen kann. Weitere Boxen stehen in Radevormwald, Solingen, Bergisch Gladbach und sogar in Berlin. "Ich habe dort jemanden, der mit hilft", erklärt Lindner. Sobald es fünf Kilo sind, gehen die gesammelten Stifte von dort direkt an den Recycler.

Bis zum 20. November läuft zudem ein Wettbewerb für Schulklassen und Kindergartengruppen. "Es ist schön, wenn auch Kinder sammeln und dann noch etwas davon haben", sagt die Tagesmutter. Die Schulklasse, die bis zum Ende der Aktion die meisten Stifte bei der Zwergenvilla einreicht, erhält Eintrittskarten für das Bürgerbad in Hückeswagen. Kindergartengruppen können einen Besuch im Wuppertaler Zoo gewinnen.

Beide Preise hat Lindner als Spende erhalten. Sie ist von der Hilfsbereitschaft begeistert. "Viele Menschen rufen mich an und fragen, ob sie Sammelboxen aufstellen können", sagt sie. Besonders bewegt hat Lindner der Einsatz einer Seniorin, die drei Stifte in der Zwergenvilla abgegeben hat.

Der Bus, so ist die Tagesmutter sicher, rechtfertigt den großen Aufwand. Er bietet Platz für sechs Kinder und mit seinem unterstützenden Motor lässt er sich auch voll besetzt leicht fahren. Außerdem bietet das Fahrzeug Sicherheit. Die Kinder sind gut angeschnallt, der Bus wird vom TÜV geprüft. "Wir können mit ihm sogar Ausflüge in den Zoo machen", sagt die Tagesmutter erfreut. Der Clou: Der Kinderbus ist trotz Motor so designt, dass er sogar in einem normalen Straßenbus Platz findet - eben ganz wie ein herkömmlicher Kinderwagen. Sollte es am Ende tatsächlich einen Überschuss geben, möchte Lindner das Restgeld einer wohltätigen Aktion für Remscheider Kinder zukommen lassen.

Quelle: RP
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