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Remscheid
Mit "Hallelujah" durch die Blues-Nacht

Remscheid: Mit "Hallelujah" durch die Blues-Nacht
Blues aus Remscheid: "Almost Blue" mit Holger Brinkmann (Gitarre) und Joachim Heinemann (Kontrabass). FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Die Mettmann-Remscheider Bluesnacht ist seit einigen Jahren Pflichttermin für alle Blues-Freunde in der Region. In diesem Jahr waren es erstmals zwei Abende, am Freitag und am Samstag spielten insgesamt fünf hochkarätige Künstler in der Klosterkirche in Lennep auf.

Der Samstagabend stand dabei ganz im Zeichen von Akustik-Blues und Rockabilly. Den Anfang machte das Remscheider Duo "Almost Blue", das Grenzen zusammenführte: Denn Sänger und Gitarrist Holger Brinkmann kam aus Lennep, sein Partner Joachim Heinemann am Kontrabass aus Remscheid-Mitte, wie Veranstalter Ulrich Spormann in seiner kurzen Moderation lachend sagte. Musikalisch bot das Duo hochwertigen Akustik-Blues, leidenschaftlich und mit jeder Menge Energie dargeboten. Da reihte sich Klassiker an Klassiker, die Pentatonik wurde auf dem Gitarrengriffbrett rauf- und runtergenudelt, der 12-Bar-Blues ausgereizt und der Walking Bass spazierte einen wahren Marathon. Dazu kam die ansteckend gute Laune von Brinkmann, der zudem mit einer echten Blues-Röhre gesegnet ist. Songs wie "St. James Infirmary", "Got My Mojo Working" oder James Browns "I Feel Good" waren echte Stimmungsgaranten. Als das Duo dann noch Leonard Cohens "Hallelujah" anstimmte, war die Gänsehaut mit einem Mal zentimeterdick - und es wirkte irgendwie stimmig, dass das Publikum gerade in der Klosterkirche vielstimmig das "Hallelujah" mitsang. Ein großartiger Auftritt!

Dann wurde es ein wenig kompliziert: Eigentlich sollte nun der britische Gitarrist Kris Dollimore auftreten - der hing indes noch bei seinem Auftritt in Mettmann fest. Die Zeit bis zum Eintreffen des Briten überbrückte der eigentliche Headliner, die "Rocking Roosters" mit dem ersten Teil ihres launigen Rockabilly-Sets. Das Trio spielte sich mit völlig klischeefreien Songs wie "Victim Of My Fourth Lady" oder "Rock Therapy" direkt in die Herzen der rund 100 Zuhörer, die die kleinen Hindernisse im Programmablauf gelassen nahmen und in bester Feierlaune waren. Ehe der zweite Set der "Roosters" anstand, durfte Kris Dollimore auf die Bühne. Der kleine, drahtige Brite überzeugte dabei mit filigranem Bottleneck-Spiel, Folk-Picking und Songs wie "Soul Of Man" und "Poor Boy Blues. Dollimore brauchte nicht viel mehr als seine Gitarre und perkussives Fußstampfen, um einen enorm dichten Sound zu weben.

Bleibt zusammenfassend die Erkenntnis nach einem langen Abend: Die Bluestage waren ein voller Erfolg und schreien geradezu nach einer Wiederholung im Zwei-Tages-Rhythmus.

(weiz)
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