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"Was wurde eigentlich aus ...?"
Mit Ideen und Mut Projekte umsetzen

"Was wurde eigentlich aus ...?": Mit Ideen und Mut Projekte umsetzen
Heute ist der 26-Jährige Medizin-Student in Berlin, wo er mit anderen Studenten einen Schnelltest für Infektionskrankheiten entwickelt. FOTO: HN (Archiv)/NN
Remscheid. Für diese Serie haben wir mit ehemaligen Jugendräten Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, wohin es die jungen Menschen nach ihrer Amtszeit verschlagen hat. Diesmal berichtet Hendrik Sadlowski über seinen bisherigen Werdegang. Von Cristina Segovia-Buendía

Hendrik Sadlowski war von 2006 bis 2008 Mitglied im zweiten Jugendrat und Delegierter im Jugendparlament NRW. Während seiner Amtszeit setzte er sich besonders für die Wiederbelebung des Austausches zwischen Remscheid und der englischen Partnerstadt Wansbeck ein. Heute lebt der 26-Jährige in Berlin und studiert an der renommierten Charité Medizin. Derzeit forscht und entwickelt er, als Leiter eines 50-köpfigen Teams, einen Schnelltest für Infektionskrankheiten.

Rückblickend könnte man von Henrik Sadlowski, nunmehr angehender Humanmediziner, sagen, dass ihm das Wohl seiner Mitmenschen schon immer am Herzen lag. Bereits als 15-Jähriger kümmerte er sich als Jugendratsmitglied beispielsweise um Förderung und Austausch zwischen Senioren und Jugendlichen. Und auch die Partnerschaft zu Wansbeck belebte er neu: "Ich reiste privat nach Wansbeck und knüpfte dort Kontakte."

In Remscheid überzeugte er den heutigen Stadtkämmerer Sven Wiertz und den Landtagsabgeordneten Sven Wolf von seinem Vorhaben, die ihn unterstützten. "Besonders interessant fand ich neben den politischen Punkten, dass es jungen Menschen die Möglichkeit gab, unabhängig von finanziellen Verhältnissen in das englischsprachige Ausland zu gehen und sich dort mit engagierten Menschen auszutauschen."

Vor zehn Jahren, als dieses Foto entstand, engagierte sich Hendrik Sadlowski im Jugendrat und regte einen Austausch mit der Partnerstadt Wansbeck an. FOTO: Hertgen Nico

Seine Zeit im Jugendrat, sagt Sadlowski, habe auch ihn langfristig geprägt: "Damals hatte ich mit dem Austauschprogramm das erste Mal nicht nur ein Problem gesehen und eine Idee zur Lösung entwickelt, sondern konnte diese auch unter denkbar günstigen Umständen umsetzen. Das hat mir Mut gegeben, weitere Ideen umzusetzen." Wie etwa jetzt als Medizinstudent: "Aktuell beschäftige ich mich mit Infektionskrankheiten: Es gibt Würmer, die aus dem Darm 'ausbrechen', und dann in die Leber, das Gehirn und in die Augen wandern können. Um weitreichende Komplikationen wie Epilepsie und Blindheit zu verhindern, sucht man derzeit händeringend nach einem Schnelltest für solche Erkrankungen." Ein Problem, das der 26-Jährige erkannte und für welches er eine Lösung suchte: "Aktuell leite ich ein 50-köpfiges Team aus Studenten, das an der Charité ehrenamtlich einen solchen Test entwickelt." Das Prinzip, erklärt der angehende Mediziner, sei ähnlich wie ein Schwangerschaftstest und funktioniere bereits im Labor.

Politisch ist er seit seiner Jugendratszeit, zumindest parteipolitisch, nicht mehr aktiv gewesen. Als ein Macher setzt er sich aber weiter für die Umsetzung konkreter Projekte ein. Wie etwa in Indien, wo er sich seit seiner Schulzeit für Menschen in Varanasi einsetzt. Er unterstützte dort den Bau einer Schule und einer Notunterkunft für unterprivilegierte Menschen, übernahm Patenschaften für Kinder und gründete als 18-Jähriger den Verein Plurismo, der Freiwillige bei der Durchführung von Hilfsprojekten in Indien und anderen Ländern unterstützt.

"Anstelle zu fordern, dass man besser über Gesundheit und den Körper informieren soll, unterhalte ich beispielsweise auch einen Youtube-Kanal, der das macht und jährlich über 80.000 Menschen erreicht." Für seine alte Heimat wünscht er sich mehr Selbstbewusstsein: "Dass Remscheid das Beste aus seinen natürlichen Stärken macht und dass die Remscheider Vertrauen finden, auch ungewöhnliche Ziele zu erreichen."

Quelle: RP
 
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