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Remscheid
Mit Kräutern gegen Infekte

Remscheid. Mit Pflanzen aus der Natur lassen sich Erkältungen lindern und eindämmen. Die Teilnehmerinnen eines Seminars in der Natur-Schule lernten wie. Von Cristina Segovia-Buendía

Bei Erkältungen sollen Patienten lieber auf natürliche Kräuter setzen statt auf chemische Heilmittel, sagt Christel Heuer. Die diplomierte Kräuterfachfrau bot ein praxisnahes Kräuterseminar in der Natur Schule Grund an und verriet den Teilnehmerinnen einfache Rezepte, um für die anstehende Winterzeit vor grippalen Infekten geschützt zu sein.

Die Natur sei die beste Medizin, findet Phyto- und Aromatherapie-Expertin Christel Heuer: "Viele Kräuter wirken gegen Bakterien, aber auch gegen Viren." Resistenzen könnten die Erreger gegen natürliche Heilmittel - im Gegensatz zu chemischen Stoffen - nicht entwickeln. "Der Wirkstoff der Pflanzen ist jedes Jahr anders, weil nicht jedes Jahr dieselben Voraussetzungen für ein gleiches Wachstum herrschen." Ein Jahr regnet es mal mehr oder weniger, die Sonne strahlt stärker oder geringer - Bedingungen, die auf den jeweiligen Wirkstoff der Pflanze Einfluss nehmen.

Richtig gemischt, können spezielle Kräutertinkturen, Salben oder Tees aber nicht nur natürlich vorbeugen, sondern im Ernstfall auch Linderung und Heilung verschaffen. "Wenn es sich jedoch um eine echte Grippe handelt, und nicht einfach um einen grippalen Infekt, helfen nur noch Medikamente. Da sollte man zuhause auch nicht herumdoktern und experimentieren, sondern gleich den Arzt aufsuchen", betont Heuer.

Doch welche Pflanzen helfen und für was sind sie gut? Adorn, erklärt die Hückeswagenerin, kannten schon die alten Griechen. "Die Pflanze hat einen reizlindernden Effekt, deren Schleimstoffe schützen unsere Schleimstoffe." Bergbohnenkraut hingegen sei ein natürliches Antibiotikum. "Das Kraut nutzen viele als Gewürz. Damit kann man das ganze Jahr über vorbeugen und das Immunsystem stärken."

Bei beginnender Erkältung empfiehlt Heuer einen kleinen Tropfen ätherisches Bergbohnenkraut-Öl auf einen Stück Zucker zu tröpfeln und im Mund zergehen zu lassen. "Auf keinen Fall mehr, sonst spuckt man Feuer." Ätherische Öle (außer Lavendel) sollten grundsätzlich nicht pur auf die Haut gelangen, weil sie die Haut reizen, und schon gar nicht pur oder in größeren Mengen eingenommen werden. "Das kann auf Dauer die Leber schädigen."

Efeuextrakte wirken aufgrund ihrer enthaltenden Seifenstoffe (Saponine) entkrampfend auf die Bronchien. "Diese dürfen jedoch nie ins Blut kommen, weil sie das Blut weich machen würden. Daher rate ich davon ab, Efeu selber zu sammeln oder den Extrakt selber zu machen, lieber die Fertigpräparate kaufen." Eibisch wirke reizlindernd bei trockenem Husten und könne prima als Tee eingenommen werden.

Eukalyptus hilft wiederum bei Beschwerden der Atmungsorgane, zäher Schleim wird gelöst und abtransportiert, Erreger werden bekämpft, Hustenreiz gelindert und gestörtes Lungengewebe regeneriert. Da Eukalyptus-Öl jedoch eine sehr starke Wirkung hat, sollte es bei Kindern nicht angewendet werden. Goldrute ist als Nieren- und Blasenkraut besonders beliebt und wird häufig in Rheuma-, Nieren- und Blasentees verwendet.

Spitzwegerich eigne sich gut für die Behandlung von Kindern und sei eines der besten Hustenmittel. "Es ist reizlindernd, entzündungs- und hustenhemmend, gewebefestigend und antibakteriell", erklärt Heuer.

Aus Kapuzinerkresse und Meerrettich braute Heuer mit ihren Kursteilnehmern am Ende schließlich eine Tinktur zusammen. "Wenn es im Hals anfängt zu kratzen, einfach eine kleine Portion mit der Pipette aufsaugen und in den Halsbereich träufeln." Auch eine Kräutermischung für einen wohltuenden Erkältungstee stellten die Teilnehmer zusammen, aus Blüten der Linde, Königskerze, Holunder, mit Hagebuttenschalen und Thymiankraut.

Die Teilnehmer des Seminares waren nach zwei Stunden begeistert: "Das war wirklich interessant", urteilte Ulrike Berger-Jäger, und Sandra Endres (46) verkündete: "Wenn ich jetzt nach Hause komme, werde ich sofort diesen Tee ausprobieren."

Quelle: RP
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