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Remscheid
Mit regionalem Geld Handel ankurbeln

Remscheid: Mit regionalem Geld Handel ankurbeln
Colin Cyrus wünscht sich mehr Diskussion und Bürgerbeteiligung rund um das DOC und seine Folgen. FOTO: Peter Meuter
Remscheid. Der Lenneper Colin Cyrus überlegt, wie die heimische Wirtschaft von der DOC-Ansiedlung profitieren kann. Von Henning Röser

Als unsere Zeitung Ende September mit der Mobilen Redaktion auf dem Lenneper Wochenmarkt zu Gast war, um über die anstehenden Veränderungen in Lennep zu sprechen, war Colin Cyrus der jüngste Diskussions-Teilnehmer am Stand. Er sprach sich dort unter anderem für einen autofreien Markt in der Altstadt aus, weil er Konflikte zwischen DOC-Besuchern und Autoverkehr erwartet. Schon jetzt sei das Nebeneinander nicht unproblematisch. Grundsätzlich brauche es mehr solcher Mitsprache- und Diskussions-Möglichkeiten beim Thema DOC, sagt der Lenneper. Sein Wunsch: Es sollte häufiger solche Veranstaltungen geben.

Der 28-jährige Student der Politikwissenschaft und Geschichte wohnt mit seiner Familie in der Düstergasse, er diskutiert mit Bekannten und Nachbarn viel über Chancen und Risiken des DOC. "Die erwarteten Besucherzahlen schrecken viele Anwohner", sagt er. Eine Sorge sei: Ist das Projekt nicht eine Nummer zu groß für Lennep? Schon jetzt gebe es Verkehrsprobleme in Lennep. Gleichzeitig biete das DOC aber auch große Chancen.

Im Anschluss an die Mobile Redaktion mailte er der BM seinen Vorschlag für die Einführung einer regionalen Währung für Lennep. Er sieht sie als nachhaltige Form der lokalen Wirtschaftsförderung. Die Ansiedlung der DOC biete dabei die Chance auf Synergie-Effekte.

Die Idee sei nicht neu, sondern werde andernorts schon erfolgreiche praktisch angewandt, sagte Cyrus beim Redaktionsbesuch. Als Beispiel nannte er den" Chiemgauer", der sich in der bayerischen Region großer Beliebtheit erfreut.

Die Idee dahinter sei, dass eine lokale Währung den Konsum vor Ort ankurbele, weil das neue Geld nur dort ausgegeben werden kann. Anreiz für den Kunden sei meist ein Mehrwert, der sich beim Umtausch des Geldes ergebe. Ein Beispiel: Der Kunde erhält für neun Euro zehn Lenneper Mark (Arbeitstitel), hat also mehr Kaufkraft, die er vor Ort einsetzt. Kaufen die Geschäftsbetreiber wiederum mit diesem eingenommenen Geld in der Nachbarschaft ein (der Gastronom kauft Kartoffeln beim lokalen Bauern) zirkuliere das Geld in der Region.

Treibende Kraft könnte die Stadt Remscheid sein, die das System am Anfang subventioniert, indem sie mehrere Umtauschstellen schafft, schlägt Cyrus vor. Sie trete zunächst in finanzielle "Vorleistung", weil sie den Mehrwert der Lennep-Mark vorschießt. Das aber gleiche sich später wieder aus, weil die Geschäftsbetreiber beim Umtausch in Euro die Differenz wieder ausgleichen. Da sie durch das regionale Geld mehr Umsatz machen, seien sie dazu finanziell in der Lage.

Die Stadt sei bei dem Thema nicht alleine. Sowohl die EU als auch die Bundesbank unterstützen in der Regel solche Projekte mit Expertise und teilweise auch mit Fördergeldern, so Cyrus.

Auch das DOC lasse sich einbinden, wenn man den Besuchern - etwa über den Parkticket-Verkauf - regionales Geld an die Hand gebe, das sie zusätzlich dazu animiere, nicht nur im DOC, sondern auch in der benachbarten Altstadt Geld auszugeben.

Dort, so ist Cyrus überzeugt, sind neben gastronomischen Angeboten in den Zukunft vor allem Geschäfte gefragt, die "Nischen" besetzen und Dinge verkaufen, die im DOC nicht erhältlich sind.

Quelle: RP
 
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