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Remscheid
Museumsleiter macht Mut zum Umbau "Haus Cleff"

Remscheid. Andreas Wallbrecht zeigte im Werkzeugmuseum Bilder von der Sanierung seiner früheren Wirkungsstätte Burg Brome. Von Cristina Segovia-Buendía

Mit einem anschaulichen Vortrag warb Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht diese Woche für Optimismus: Den notwendigen Sanierungsmaßnahmen am Haus Cleff sollte nicht mit Angst und Sorge begegnet werden, sie sollten als großartige Chance wahrgenommen werden, "dieses absolute Schmuckstück wieder zum Strahlen zu bringen."

Vergangenen Mittwoch eröffnete Andreas Wallbrecht die neue Veranstaltungsreihe, die künftig regelmäßig viele interessierte Bürger ins Werkzeugmuseum locken soll. Zu seinem Vortrag "Das hässliche Entlein wird zum stolzen Schwan - Wie ein Museum entsteht", erschienen am Abend 16 Besucher, die dem rund 90-minütigen Vortrag des Museumsleiters aufmerksam folgten. Anhand vieler Fotografien erzählte Wallbrecht von den viel aufwendigeren Sanierungsmaßnahmen seiner früheren Wirkungsstätte, dem Museum Burg Brome im Landkreis Gifhorn.

Innerhalb von fünf Jahren wurde aus der einst einsturzgefährdeten Burgruine ein hochmodernes und sehr ansprechendes Museum. "Natürlich waren dafür ein schlüssiges Konzept und sehr viel Klinkenputzen notwendig", sagte Wallbrecht, "aber ich möchte anhand dieses Projekts, an dem ich bis 2014 noch mitgewirkt habe, Problematik und Chancen aufzeigen, die solch aufwendige Baumaßnahmen bieten."

Die ersten Fotos, die Wallbrecht präsentierte, zeigten kein schönes Bild: eine heruntergekommene Burganlage, dessen Giebelwand sich bedrohliche 20 Zentimeter von den Seitenwänden gelöst hatte und zusammenzubrechen drohte. Ein desolater Zustand, der Parallelen zum Haus Cleff aufweist. "Es war ein Trauerspiel", sagte Wallbrecht, "aber wenn man anfängt zu bauen, wird es noch schlimmer. Wir mussten das komplette Gewölbe offen- und das Fundament freilegen."

Weitere Bilder untermalten seine Schilderungen. Doch die sehr aufwendigen Arbeiten, die nur nach und nach in insgesamt 13 Bauabschnitten und mit einer Kostensumme von fast vier Millionen Euro absolviert werden konnten, brachten auch neue Erkenntnisse über das 1203 erstmals urkundlich erwähnte und 1753 komplett überbaute historischen Erbe.

Archäologische Funde wurden bei der Sanierung freigelegt, originale Raumstrukturen wiederentdeckt. Wallbrecht: "Auf solche Überraschungen hoffe ich auch beim Haus Cleff." Mit pfiffigen, kreativen Ideen und guten Leuten könnte aus der alten Substanz ein neues Schmuckstück entstehen. Hoffnung dazu gab das Beispiel von Burg Brome. "Es darf Remscheid nicht erschrecken. Wir müssen optimistisch mit der Situation umgehen und sobald wir ein gutes Konzept für Haus Cleff haben, viele Förderer finden."

Nächster Vortrag: Dienstag, 15. März, um 19 Uhr mit Barbara Rodler "Die Remscheider Ortschaft Platz - Vom Erzverhüttungsplatz zum Wohn- und Industriestandort"

Quelle: RP
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