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Remscheid
Musikalische Weltreise

Remscheid: Musikalische Weltreise
Kai Heumann und seine Musiker des Ensembles "Proyecto Guitarra Latina" faszinierten die Zuhörer mit Programmvielfalt und Können. FOTO: jürgen moll
Remscheid. Kai Heumann und sein Ensemble boten beim Konzert in der Lenneper Stadtkirche lateinamerikanische und europäische Musik. Von Stefanie Bona

Ein solch mitreißendes Konzert haben die ehrwürdigen Mauern der Lenneper Stadtkirche bei derart großer Resonanz wohl nur selten erlebt. Auf dem Programm im sehr gut besuchten Gotteshaus stand Weltmusik-Crossover mit Kai Heumann und seinem Ensemble "Proyecto Guitarra Latina", dessen Mitglieder aus Kuba, Argentinien, Brasilien, El Salvador und Deutschland kommen, sowie dem Lenneper Kammerorchester.

Dabei konnten die dargebotenen lateinamerikanischen und europäischen Musiktraditionen einfach nur begeistern. Irische Flöte, Gitarren, Kontrabass, Congas und Bongos gepaart mit den zauberhaften Streicherklängen des weitgehend aus ambitionierten musikalischen Laien besetzten Kammerorchesters erreichten Herz und Beine und manches rhythmische Schulterzucken konnte in den Sitzreihen beobachtet werden. Kai Heumann, Inhaber des Lenneper Gitarrenzentrums, und Kantor Johannes Geßner hatten die Arrangements für die von Heumann komponierten Stücke geschrieben.

Die Hommage an "Pipam", den kleinen Zwerg, brachte einen ungewohnt coolen Sound in die Kirche. Nach den sich anschließenden Klängen aus Venezuela und Mexiko setzte sich die Reise nach Irland fort. Mit "Lindas Dance" und viel mehr noch mit "Dance of the Fairys" - dem Tanz der Feen - wechselte der Rhythmus von der leidenschaftlichen, in die stringente und strukturierte Form des Irish Dance, wobei das klatschende Publikum mit den Musikerinnen und Musikern um das schnellere Tempo wetteiferte.

Ein Walzer aus der Provence brachte sommerlich-leichte Stimmung und weckte sogleich Erinnerungen an blühende Lavendelfelder. Großartig dazu die Streicher-Tutti des spielfreudigen, gut aufgelegten Kammerorchesters. Regelrechte Verzückung transportierten beide Ensembles mit Gypsi-Swing in die Kirche - ein tolles, exzellent für die ungewöhnliche Besetzung arrangiertes Stück.

Rumba, Salsa und sogar ein gemeinsam mit den Konzertgästen gesungenes Kirchenlied in fantasievoller Bearbeitung rundeten diesen fabelhaften Vortrag ab. Das von Johannes Geßner und Kai Heumann initiierte und glänzend geleitete Konzert bewies, wie zugkräftig und hochkarätig derlei Crossover-Projekte sein können. Sie bringen Abwechslung in Kirchen und Konzertsäle und sprechen neues Publikum an.

Am hohen künstlerischen Anspruch wird dennoch nicht gerüttelt. Dies konnte man in der Stadtkirche Lennep beispielhaft hören und sehen. Eine klingende Weltreise, die Spaß und gute Laune machte.

Quelle: RP
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