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Remscheid
Musikgepäck für die Wanderschaft

Remscheid. Tobias Panwitz alias Trailhead weckte im Lenneper Rotationscafe die Reiselust des Publikums. Von Anna Mazzalupi

Wer auf Wanderschaft geht - ob nun auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela oder durch einen der zahlreichen Nationalparks in Amerika - sollte dabei auf jeden Fall die Musik von Trailhead mit im Gepäck haben. Die englischen Songs des Berliner Musikers Tobias Panwitz sind der ideale Wegbegleiter für solche Trips.

Der Folkrock des Singer/Songwriters packt den Hörer und lässt ihn durch das Zusammenspiel seiner kraftvollen Stimme, seinem facettenreichen Gitarrenspiel und dem typischen Folksound so schnell nicht mehr los. Es ist diese Kombination aus Leichtigkeit mit Tiefgründigkeit und der ehrlichen Leidenschaft für die Musik, die Trailhead authentisch, sowie gefühlvoll macht und so nah dran an sein Publikum bringt.

Leider war das jedoch am Samstagabend im Lenneper Rotationscafé wohl wegen der starken Konkurrenz mit der Buderus-Lokalrunde in der Innenstadt mehr als spärlich ausgefallen. Für Trailhead - was übrigens den Ausgangspunkt eines Wanderpfades beschreibt - schien es jedoch keinen Unterschied zu machen, ob er nun vor vollem Haus oder in einer intimen Runde spielt. Der sympathische Berliner band seine Zuhörer ein und plauschte in lockerer Atmosphäre über seine Songs und deren Entstehungsgeschichte. Spontan ließ er den Verstärker in der Ecke stehen und spielte nur mit Gitarre, Mundharmonika und seiner Stimme. Mehr brauchte der Mann mit Hut, Brille und Karohemd auch nicht.

Das Gefühl von Sehnsucht, Rastlosigkeit und auch des Ankommens transportierte er so am besten. Zu einigen Songs spielte er auf dem Klavier - die Melodien klangen dann oft etwas melancholischer, aber trotzdem schön.

Der "Sun-Song", den er auf dem Charango aus Bolivien begleitete, fiel melodisch etwas aus dem Rahmen des typischen Folk/Country-Sound, fand aber viel Anklang beim Publikum. Vielleicht, weil er ein bisschen nach Urlaub klang.

Inspirieren lassen hat sich Tobias Panwitz von der typischen Folkmusik der 60er und 70er Jahre. Trotzdem wirken seine Lieder modern und zeitlos. Alle haben eine persönliche Note, inspiriert durch ein spezielles Erlebnis aus Panwitz' Leben. "Church Bells" etwa erzählt von seinem Großvater aus der Lausitz im Osten Deutschlands. "Road to Salamanca" entstand bei seiner zweiten Wanderung auf dem Jakobsweg, "Maps and Charts" schrieb er bei seinem Faltboot-Trip durch Lettland.

Mit "Der Weg" besang er auf Deutsch die Besonderheit seiner brandenburgischen Heimat. Trailhead macht Spaß - sowohl beim Hören als auch beim Zuschauen.

Quelle: RP
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