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Remscheid
Nach Gülle-Katastrophe wird gegen Landwirt ermittelt

Tiere sterben durch Gülle in Remscheid
Tiere sterben durch Gülle in Remscheid FOTO: Volker Leipzig, Revierf�rster Ne
Remscheid. Die Gülleverseuchung der Neyetalsperre beschäftigt weiterhin Politik, Behörden und die EWR als Eigentümerin, die nach der Umweltkatastrophe Strafanzeige gestellt hatte. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hagen. "Es handelt sich um eine schwerwiegende Gewässerverunreinigung. Das ist eine Straftat", sagte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli auf Nachfrage. Von Solveig Pudelski und Michael Lenzen

Beschuldigter sei der Landwirt. Aus dem Güllebehälter seines Hofes in Kotten bei Halver waren am 18. März 1700 Kubikmeter Gülle ausgetreten, in den Bach, ins Erdreich und in die nahegelegene Neyetalsperre geflossen. Die Behörden hatte der Landwirt selbst informiert und behauptet, Unbekannte hätten die Leitung geöffnet. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte Pauli dazu. Untersucht werde daher auch, ob der Landwirt große Mengen Jauche absichtlich abgelassen habe - oder ob er nötige Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigte und Fremde den Schaden verursachten.

Als kriminellen Vorgang bewerteten die Mitglieder des Kreisumweltausschusses und Vertreter von Eigentümer und Betreiber der Neyetalsperre die Tatsache, dass 1,7 Millionen Liter über den Neyebach in die Talsperre gelangten. Dass die große Katastrophe für die als Trinkwasserreserve genutzte Neyetalsperre bislang ausgeblieben sei, erläuterten Wupperverbands-Vorstand Georg Wulf und Claudia Klerx. 35 000 der etwa 50 000 Kubikmeter großen Wasser-Gülle-Blase, die auf dem Grund vor der Sperrmauer liege, seien bisher in die Kläranlage Hückeswagen geleitet und gereinigt worden. Wie viel Sediment sich am Bacheinlauf und am Boden der Talsperre abgesetzt haben und wie sich das auswirken werde, sei völlig offen. Es würden regelmäßig Messungen vorgenommen.

Quelle: RP
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