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Remscheid
Nach Lennep fließen die Millionen

Remscheid: Nach Lennep fließen die Millionen
Blick aus dem früheren Hertie-Gebäude: In diesem Jahr sollen die Abriss- und Bauarbeiten für den neuen Einzelhandelsschwerpunkt beginnen. FOTO: jürgen moll
Remscheid. Bezirksbürgermeister Markus Kötter sieht eine Attraktivitätssteigerung. Vereine müssen Platz für Feste haben. Von Solveig Pudelski

Die Röntgenstadt ist dieses Jahr im Umbruch, für Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) ist es ein Aufbruch in eine positivere Zukunft, angestoßen durch das Großprojekt Designer Outlet Center des Investors McArthurGlen. Er ist davon überzeugt, dass Lennep für andere Investoren interessant bleibt.

Stadtentwicklung "Das eine Invest lockt das andere an", sagt er und listet auf, wo bereits kräftig investiert wird: ehemaliges Hertie-Gebäude, Amtsgericht, alter Bahnhof und das neue Wohngebiet auf dem Krankenhaus-Gelände. "Wir müssen aber schauen, dass Ketten, die sich in allen Städten ansiedeln und ein uniformes Bild abgeben, nicht die inhabergeführten Geschäfte in Lennep kaputt machen, dass die Feste auf dem Alter Markt genügend Raum haben und weiterhin stattfinden können." Mit dem "Lenneper Sommer" oder auch dem Winzerfest sei eine Marke gesetzt worden, die ihresgleichen in Remscheid sucht.

Auf dem Alter Markt muss genügend Raum für Veranstaltungen sein - wie hier beim ersten Sachsentag. Kötter erinnert auch an die Zusage, dass es einen Ersatz für Kirmes- und Jahnplatz geben wird. FOTO: Moll (archiv)

Tourismus Lennep gewinne an Attraktivität. Es mausere zum internationalen Touristenziel, weil McArthurGlen Pakete schnüre, die zum Beispiel auch chinesische Reisegruppen ansprechen. Bei der Entwicklung eines Tourismuskonzeptes müsse die Stadt mit den Nachbargemeinden sprechen, es dürfe keine Insellösung geben. "Broschüren reichen nicht." Kötter erinnert noch einmal an seine Vorschläge: Lennep-App, freies WLan und QR-Codes, ein City-Guide, das Auswärtigen eine Orientierung erleichtert und sie zu den "Juwelen" Lenneps lotst.

Zukunftswerkstatt "Von der Zukunftswerkstatt, ein Vorschlag der CDU, erhoffe ich mir viel mehr als Ideen zur Platzgestaltung zwischen DOC und Altstadt", betont Kötter. Er gehe davon aus, dass man McArthurGlen mit ins Boot holen kann, weil der Investor auch großes Interesse an einer attraktiven Platzgestaltung hat.

Festplatzfrage Das Jahr beschert eine Reihe großer Aufgaben, die vor dem Bau des DOC zu bewältigen sind. Gespannt sei er auf das Konzept der Stadt, wo die Brauchtumsfeste wie Kirmes, Oktoberfest oder Osterfeuer künftig stattfinden können. Kötter: "Alle Vereine müssen zufrieden sein. Der Verlust der Feste wäre ein zu großer Verlust für Lennep." Im ersten Quartal soll Klarheit herrschen.

Umbau Kreuzungen Eine Mammutaufgabe werde die Baustellenkoordinierung während der Straßenbauarbeiten für den Umbau der Ring-Rader-Kreuzung, den sogenannten Flüsterasphalt auf der Ringstraße und den Ausbau der Trecknase. Die Verkehrsführung müsse Rücksicht auf den Einzelhandel nehmen oder beispielsweise auf Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, so Kötter. Der ÖPNV müsse funktionieren. Wert lege er auf Ersatzpflanzungen an der Ringstraße, wenn 56 Bäume gefällt werden. Trotz Leitungen im Untergrund könnten Wurzeln so geschützt werden, dass bestimmte Baumarten an Straßen gute Wachstumschancen haben, sagt der Fachmann. Ersatzpflanzungen an der Trecknase halte er nicht für geeignet.

Balkantrasse Beim Bau der geplanten Wache für die Freiwillige Feuerwehr Lennep müsse noch geklärt werden, wo der Radweg verlaufen soll. Im Bebauungsplan sei die Trasse festgelegt.

Die politische Arbeit in einem Stadtteil, indem sich so viel bewegt, sei reizvoll, mache Spaß. Zwar sei er ein Befürworter des DOC, er sehe aber auch das "berechtigte Interesse der Kritiker, alles zu erfahren". Von Nebensächlichkeiten könne da keine Rede sein, spielt Kötter auf Äußerungen in der Bezirksvertretungssitzung an. Als Erfolg wertet er, dass zehn Millionen Euro für den Sport aus dem Verkauf des Röntgen-Stadions "in Lennep bleiben".

Quelle: RP
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