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Remscheid
Nahrung für die Seele

Remscheid: Nahrung für die Seele
Musizieren mit Leib und Seele - die Soul Food Company beim Auftritt in der Klosterkirche. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Beim Auftritt der Soul Food Company in der Klosterkirche kam das Publikum arg ins Schwitzen. Heiße Rhythmen, flotte Tänze. Von Bernd Geisler

Die Soul Food Company war in der Klosterkirche angetreten mit ihrer "Mission to Fun(k)". Zwei Sängerinnen - die mitreißende Conni und die quirlige Sonja - machten sich zusammen mit Bassist Dirk, Gitarrist Norbert, Drummer Steffen und einer druckvollen Bläsersektion mit Tenorsaxofon (Martin aus Remscheid), Baritonsaxofon (Marco), Trompete (Oliver) und Posaune (Sebastian) auf dem Weg, den gnadenlosen Positivismus des Funk über und in die Köpfe des vollen Minoritensaals zu verbreiten. Statt des aggressiven Hämmerns des Techno - "Uffta Uffta Uffta ..." - der dämpfende, direkt in die Beine gehende Wumms des Funk - "Boom boom tschak ...". Die "Fun(k)"-Botschaft der Band: "You can't just feed your body - you need to feed your soul." (Man kann nicht einfach seinen Körper füttern, man muss seine Seele ernähren.)

Conni und Sonja begannen, nur vom Bass begleitet, verhalten, fast zögernd "Crazy in Love". Der Song wuchs taktweise. Allmählich immer schneller werdend - die Spannung im Saal stieg - setzte die komplette Band ein: "Rumms!" Und sofort gingen die Besucher mit. Die Stille wich dem Staunen, dann Hören, dann Stampfen. Die Menge wogte, klatschte, zappelte - der gesamte Saal kam in Bewegung. Die Band schaffte es, mit solchen Stücken wie "Mercy" oder "Valery" die Musik nicht nur tanzbar, sondern auch hörbar zu machen. Auch ohne zuckende Gliedmaßen machte sich Wohlfühlstimmung breit. Ein Sound erreichte einem, als wäre die Welt über Nacht wieder analog geworden.

Im zweiten Teil des Konzertes freute sich Britta Kuska - Ehefrau des Tenorsaxofonisten Martin - besonders über "We are Family". Britta sorgte zusammen mit der Familie und Freunden über einen reibungslosen Einlass. "Wir sind eine Funk-Familie", sagte sie.

Hinzu kam, dass die gesamte Band auf der Bühne auch etwas fürs Auge bot: die Sängerinnen im engen Schwarzen auf High Heels, die Männer im weißen Hemd und schwarzen Anzug in rot-weißen Turnschuhen. Doch bald flogen die Sakkos in die Ecke und unten dampfte die Menge. Eine erbarmungslose Hitze machte sich breit. "So muss es sein", sagte Frank aus Langenfeld und labte sich am Bier. Derweil tummelte sich seine Maria auf der Tanzfläche. Die Mission der Band war angekommen.

Quelle: RP
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