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Remscheid
Name geändert - aus "Heim" wird "Horizonte"

Remscheid. Das Augusta-Hardt-Heim will mit der Umbenennung die Veränderung ihrer Arbeit besser ausdrücken.

Das Augusta-Hardt-Heim ändert seinen Namen, teilweise: Aus "Heim" wird "Horizonte". Damit weist nun auch der Name auf die Veränderung von einer Einrichtung zur Betreuung von Menschen mit chronisch-psychischen Erkrankungen zu einem offeneren gemeindepsychiatrischen Dienst hin. Kommenden Samstag, 2. Juli, wird das neue "H" gefeiert.

Es sei längst nicht mehr zeitgemäß gewesen, berichtete Bernd Steinhoff, langjähriger Geschäftsführer des Augusta-Hardt-Heims, nun Horizonte (AHH): "Unsere Arbeit findet schon lange nicht mehr in einem geschlossenem Heim statt, sondern im öffentlichen Raum." Längst seien sie zum Vorbild des Miteinanders geworden. Verstärkt seit 2007 haben sich Steinhoff und sein Team darum bemüht, nicht nur ihr Betreuungsangebot zu erweitern, sondern sich auch nach außen hin zu öffnen. Sie errichteten ein erfolgreiches Backhaus, das regelmäßig zur Begegnung zwischen Klienten und Bevölkerung einlädt, wo kurzweilige Lesungen und Matinees stattfinden, richteten eine Tauschbox für Jedermann ein, eröffneten am Hasenberg ein Café, feiern öffentliche Feste oder laden bei Fußballereignissen zum Public-Viewing ein.

Das alles soll sich nun auch in der Namensänderung widerspiegeln. "Hinter dem neuen Namen 'Horizonte' steckt die Idee, dass es dahinter immer weiter geht, eine stetige Entwicklung. Als Einrichtung mit christlichen Wurzeln steckt auch der Bezug zu Himmel und Erde, zwischen denen eine Begegnung stattfindet." Sie wollen als Einrichtung keine Insel sein, suchen offensiv den Kontakt zu Nachbarn und Bevölkerung. "Manche unserer Klienten erfüllt es mit Stolz, Gäste in ihrem Zuhause zu empfangen." Andere wiederum zögen, "aber auch das gehört zum Lernprozess dazu", erklärt Steinhoff.

Ihre Arbeit sei heute breiter aufgestellt als noch 1982, als die Villa an der Rotdornalle von einem Kinder- und Säuglingsheim zu einem Wohnheim für Menschen mit chronisch-psychischen Erkrankungen umfunktioniert wurde. "Aktuell betreuen wir 60 Klienten stationär, über 100 ambulant", berichtet Steinhoff. "Und wir wachsen immer weiter." Sein Team aus 80 Mitarbeitern kümmere sich individuell um die Klienten im Alter zwischen 18 und 80 Jahren. Für die Zukunft seien sie mit dem neuen Namen und dem sich dahinter verbergendem Konzept gut aufgestellt. "Die Herausforderungen für die Zukunft werden die Gesetzesänderungen sein."

Ab 2017 werden Pflegeeinrichtungen und Betreuung dann stärker als Dienstleistung denn als Hilfeleistung abgerufen werden. Diese Veränderung passt zum neuen Selbstverständis.

(seg)
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