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Remscheid
Netz-Experte warnt: Internet vergisst nicht

Remscheid: Netz-Experte warnt: Internet vergisst nicht
Internet-Experte Ernst Schulten klärte Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums über digitale Gefahren auf. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Surfen im Internet ist für Jugendliche ebenso alltäglich und selbstverständlich wie das Zähneputzen. Soziale Netzwerke spielen dabei eine große Rolle. Doch wie geht man vernünftig und vor allem sicher damit um? Dazu erhielten Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums am Dienstag Hinweise von einem Fachmann - Ernst Schulten. Von Cristina Segovia-Buendía

Beim "Social-Media-Tag", organisiert von der Volksbank Remscheid-Solingen, erklärte der Experte vom Verein zum Schutz der digitalen Identität "WakeUpInternet" in vier Vorträgen, worauf man achten sollte, um seine persönlichen Daten im World-Wide-Web zu schützen, denn: "Das Internet vergisst nie."

Hand aufs Herz, irgendwie macht es doch jeder: Kurz ein persönliches Urlaubsfoto auf Facebook hochladen, eine kleine persönliche Statusmeldung daneben posten. Dazu vielleicht dem Freund oder Freundin über Whatsapp schreiben und permanent Fotos schicken. Dass diese Fotos in den Weiten des Internets für immer herumschwirren und dass auch viel Unfug damit betrieben werden kann, daran denken nur die wenigsten. "Alles was ihr hochladet, lässt sich kaum noch löschen", sagte Schulten zu den Schülern der fünften und sechsten Klassen, die sich überraschend gut mit Facebook, Whatsapp und Co auskannten.

Schulten machte den Anwesenden schnell klar, wie viele von den freigegebenen Daten auch tatsächlich von den Plattformen genutzt und weiterverarbeitet werden, beispielsweise für personalisierte Werbung. Und nicht nur Facebook, auch Google spielt eine riesige Rolle. Denn dort kann schließlich nicht nur nach allem gesucht werden, jede einzelne Suchanfrage wird auch minuziös gespeichert, stellte der Experte fest.

Bei der Frage, was man machen könnte, um sich gegen Datenklau im Internet zu schützen, hatten die Schüler gleich die richtigen Antworten parat: "Man sollte erst keine privaten Daten hochladen und Apps nutzen, die unsere Daten vor dem ausspionieren schützen", sagten die Schüler. Wer unbedingt Fotos teilen wolle, sollte eine geringe Auflösung benutzten, und es sollten möglichst schwarz-weiß Fotos sein. Damit lässt sich nämlich in den meisten Fällen auch die Gesichtserkennung, mit der sämtliche Daten einer Person mit ihren Fotos automatisch verknüpft werden können, umgehen. "Das oberste Prinzip ist", sagte Schulten, "sparsam mit seinen Daten umzugehen." Für EMA-Schulleiter Hans Heinz Schumacher war es eine erfolgreiche Veranstaltung: "Man merkt sofort wie das Thema bei den Schülern andockt. Das ist ihre Welt, und es ist wichtig, dass sie auf Gefahren hingewiesen werden, um keine Opfer von Cybermobbing zu werden." Für Ernst Schulten gehört Aufklärung über das Internet ebenso in die Schulen wie Sexualkunde und Verkehrserziehung.

Quelle: RP
 
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