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Remscheid
Neue Strategie für die "Tafel" gesucht

Remscheid: Neue Strategie für die "Tafel" gesucht
Die Zahl der Menschen, die zur Tafel (wie hier im Vaßbendersaal) gehen, ist in letzter Zeit deutlich gestiegen - vor allem durch den Zuzug von Flüchtlingen. FOTO: Hertgen
Remscheid. Bei einem Krisengespräch im Rathaus ging es um die finanzielle Zukunft des Vereins. Von Christian Peiseler

Die finanzielle Misere der "Tafel" war gestern Morgen das Thema während eines Krisengesprächs bei Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Der Verein weist nach eigenen Angaben bis zum Jahresende ein Defizit von 100. 000 Euro auf. "Wir haben vereinbart, dass der Verein einen neuen Strategieplan für die Zukunft entwickelt", sagte Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Er betonte, dass die Stadt ein großes Interesse daran habe, dass sich die Lage der Tafel langfristig stabilisiere.

"Wir brauchen die Tafel", sagte Neuhaus gestern. Aber es sei zunächst die Aufgabe des Vereins, die Finanzen in Ordnung zu bringen und sich den Anforderungen entsprechend neu aufzustellen. Neuhaus sicherte zu, dass er das Netzwerk der Stadt bei der Anwerbung von Sponsoren stärker einsetzen will. Der Verein lebt nämlich ausschließlich von Spenden. An dem Gespräch im Rathaus nahmen neben dem Oberbürgermeister und dem Sozialdezernenten auch der Kämmerer Sven Wiertz, Dirk Faust vom Jobcenter, Richard-Otto Bremicker und vom Verein "Die Tafel" Geschäftsführerin Sandra Kubiak und Vorsitzender Oliver Witte teil.

Vor zwei Jahren stellte der Verein fest, dass die Arbeit nicht mehr mit rein ehrenamtlichen Helfern alleine zu meistern sei. "Es muss gewährleistet sein, dass jeden Morgen ab 7.30 Uhr mindestens drei Fahrer und drei Beifahrer die Tafelarbeit aufnehmen, um die Lebensmittel abzuholen und in die Lebensmittelausgaben zu bringen", sagte Sandra Kubiak der BM vor einer Woche. Durch den Wegfall der Bürgerarbeitsplätze, die von der EU gesponsert wurden, sah sich der Verein in der Pflicht, hauptamtliche Mitarbeiter einzustellen, um die Tafelarbeit am Leben zu erhalten. Langzeitarbeitslose, die zuvor als 1,50-Euro Jobber oder Bürgerarbeiter beschäftigt waren, hat der Verein in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse übernommen.

Diese Mitarbeiter hatten nun nach Jahren der Arbeitslosigkeit wieder einen strukturierten Alltag mit einer wichtigen Aufgabe. "Das sind für uns wertvolle und unverzichtbare Mitarbeiter, die bis heute bei uns tolle Arbeit leisten", begründete Kubiak die Einstellung.

Doch die gestiegenen Lohnkosten sprengen inzwischen das Budget. Bis zum Ende Dezember braucht der Verein Geld für Lohnkosten in Höhe von 80. 000 Euro.

Quelle: RP
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