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Remscheid
Neue Töne von der grünen Insel

Remscheid: Neue Töne von der grünen Insel
Ukulele und Geige setzte die irische Künstlerin Eithne Ni Chathain, die sich Inni-K nennt, als Begleitinstrumente ein, aber gerade bei den A-Cappella-Stücken kam ihre glasklare Stimme voll zur Geltung. FOTO: jürgen moll
Remscheid. Die Singer- und Songwriterin Inni-K präsentierte im Saxo eigene Kompositionen. Von Hagen Thiele

Monat für Monat steht das Saxo mit Musikern in der Tradition irischer Musik für handgemachte Klänge voller Emotionen. Wer die Sorge hatte, in dem engen stilistischen Korsett könnte sich eine berechenbare Beliebigkeit einschleichen, hat die Rechnung ohne die irische Singer- und Songwriterin Eithne Ni Chathain alias Inni-K gemacht. Die Musikerin blieb der Richtung zwar treu, aber schlug mit ihrem Auftritt am Mittwochabend neue Pfade ein.

Da war sie wieder, diese zauberhafte Stimme, mit der scheinbar jeder irische Musiker von Geburt aus gesegnet sein muss: unverwechselbar, ehrlich, zu Herzen gehend. Wo ihre Landsleute sonst den fragilen Gesang mit anmutigen Gitarrenmelodien oder stürmischen Akkordfolgen kombinieren, setzte Inni-K hingegen auf Ukulele und Geige. Besonders die Geige versprühte in den traditionellen Stücken dichte Atmosphäre und entführte die Zuhörer auf die grüne Insel. Das waren auch jene Songs, bei denen die Musikerin am stärksten agierte.

Als ähnlich gelungen erwiesen sich die A-Cappella-Stücke. Die glasklare Stimme der Sängerin kam dann perfekt zur Geltung. Dass die Lieder trotz fehlender Instrumente dynamisch klangen, lag an den Gästen, die den Takt mit klatschten oder rhythmisch mit den Füßen aufstampften.

Doch so sehr diese Stücke den Gästen auch gefielen, ganz sprang der Funke nicht über. "Ihr könnt zu jeder Zeit mitsingen", sagte die Musikerin auf Englisch mit viel Charme, sie scheiterte dennoch. An diesem Abend ließ sich das Saxo auf keine Gesangseinlagen ein. Dafür fehlte es den eigenen Kompositionen der irischen Künstlerin zum Teil einfach an der nötigen Prägnanz oder sie waren schlicht zu schwer zu singen. "So hoch komme ich doch nie im Leben", meinte eine Besucherin. Tatsächlich hatten es Inni-K die hohen Töne angetan. Die Wahl von Ukulele und Geige statt einer Gitarre scheint dadurch im ersten Moment nachvollziehbar, aber vielleicht hätte gerade der Kontrast aus kräftigen Akkorden und dem elfenhaften Gesang angenehme musikalische Spannung erzeugt.

So war es letztlich ein weiterer gelungener Konzertabend im Saxo, der gerade davon lebte, dass die Künstlerin Musik machte, die nicht für jedermann gedacht war. Getreu dem Motto, entweder man liebt es oder man hasst es, setzte die Irin alles auf eine Karte und setzte ihre musikalische Idee konsequent um. Der Applaus nach den Stücken zeigte deutlich, dass genug Besucher sie gerade dafür feierten.

Quelle: RP
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