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Remscheid
Neuer Sana-Chef setzt auf Kooperation

Remscheid: Neuer Sana-Chef setzt auf Kooperation
FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Seit gut einem Monat ist Thomas Hoffmann (43) Geschäftsführer der Kliniken in Remscheid und Radevormwald. Kürzere Wartezeiten und ein effektives Beschwerdemanagement sollen Sana weiter voran bringen. Von Bernd Bussang

Der Mann im dunkelblauen Anzug strahlt Ruhe aus, er wirkt wie jemand, der zuhören kann. Und hinter den Gläsern der schwarzen Hornbrille ruht ein wacher Blick, der genau hinsehen kann. Das hat Thomas Hoffmann in den zurückliegenden vier Wochen getan: Zugehört und hingeschaut. Seit dem 1. Juli ist er Geschäftsführer der Sana-Kliniken Remscheid und Radevormwald. Die Zeit habe er vor allem für Gespräche genutzt, mit den Chefärzten ebenso wie mit Stationsschwestern, Pflegern und dem Reinigungspersonal, berichtet er gestern in seiner ersten Pressekonferenz in Remscheid. Das will er nun intensivieren - und Thomas Hoffmann weiß, wie schwer eine Bettpfanne ist. Er hat sie als junger Zivildienstleistender häufig getragen. In den kommenden Wochen will der neue Chef des Sana-Klinikums sie wieder in die Hand nehmen, kündigt er an. "Die Weißklamotten und Turnschuhe liegen schon in meinem Schrank." Der Geschäftsführer will persönlich nach den Patienten schauen, ihnen Tabletten und Essen bringen und dabei auch erfahren, was ihnen nicht gefällt.

Klinikabläufe optimieren, das Beschwerdemanagement noch effektiver gestalten, das sind zwei wichtige Anliegen, die Hoffmann auf Nachfrage nennt. "Wir müssen die Wartezeiten verkürzen", sagt er, wohlwissend wie komplex und störungsanfällig die Abläufe in einem großen Klinikbetrieb sind. "Wir sind kein Museum", sagt er. "Wer als Patient zu uns kommt, ist unruhig und hat keine Zeit." Beschwerden hatte es zuletzt vor allem in der Remscheider Notfallaufnahme gegeben. Dazu sei eigens eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, berichtet Sana-Sprecher Sascha Schiffler. Deren Vorschläge seien bereits weitgehend umgesetzt worden. Auf dieser Grundlage will Hoffmann nun weitere Verbesserungen erreichen.

Den zunehmenden Konkurrenzdruck der Kliniken auf dem Gesundheitsmarkt sieht er auch als Chance. "Krankenhäuser profitieren nicht von Konkurrenz, sondern von Kooperation", sagt er. Als mögliches Beispiel einer solchen Zusammenarbeit nennt er das Uniklinikum Köln. Die Sana-Kliniken sind bereits Lehrkrankenhaus der Kölner. Vorstellbar sei etwa eine Erweiterung der Kooperation bei der Herzchirurgie - zum Vorteil des Patienten. Der könnte bei Vor- und Nachversorgung heimatnah betreut werden, ohne auf medizinische Spitzenleistungen verzichten zu müssen.

Die Einbindung der beiden Sana-Kliniken in einen großen privaten Klinikverbund sieht Hoffmann als enormen Wettbewerbsvorteil gerade in einer Zeit, in der kleinere Kliniken ums Überleben kämpfen müssen. "Wer alleine dasteht, hat es schwerer", sagt er. So sieht er gerade für den kleineren Sana-Standort in Radevormwald gute Perspektiven. Gerade dort sei die Identifikation von Patienten und Mitarbeitern mit "ihrem Krankenhaus" extrem hoch. "Wir wollen in der Region Versorger Nummer eins sein" - Investitionen in beiden Häusern sollen die Konkurrenzfähigkeit erhöhen. In Radevormwald sei der Antrag für den Ausbau der Radiologie soeben abgeschickt, noch in diesem Jahr soll er begonnen werden. In Remscheid werden derzeit die Cafeteria verlegt und vier Stationen renoviert, weitere sollen folgen.

Quelle: RP
 
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