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Remscheid
Neugestalteter Pfad führt auf die Spuren der Industrialisierung

Remscheid. Der Bergische Geschichtsverein (BGV) überreichte am Samstag den neugestalteten historischen Industriepfad durch das Hammertal offiziell an die Stadt und lud die rund 60 Anwesenden bei bestem herbstlichen Wanderwetter im Anschluss zu einem geführten Rundgang mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ein. 40 Jahre nach der Einweihung des Pfades wurden die 19 Informationstafeln auf dem knapp fünf Kilometer langen Rundgang erneuert.

Es ist der erste historische Industriepfad Deutschlands, der vor ziemlich genau 40 Jahren, am 16. Oktober 1976, ebenfalls vom Bergischen Geschichtsverein im Hammertal eingeweiht wurde. In den grünen Tälern rund um Remscheid befanden sich in der Vergangenheit zahlreiche Hämmer, in denen das Eisenerz mithilfe von Wasserkraft verarbeitet wurde. Von diesen Tälern aus begann im 18. und 19. Jahrhundert die Industrialisierung im Bergischen. "Das Hammertal ist ein typisches Bespiel für die bergische Industriegeschichte, die mit zunehmender Industrialisierung von den Tälern in die Höhe wuchs", erklärte Jörg Holtschneider, zweiter Vorsitzender des Bergischen Geschichtsvereins. Der freie Historiker hat sich ein halbes Jahr darum gekümmert, die Informationen über die ansässigen Hämmer im heutigen Naturschutzgebiet zusammenzutragen, und für die neuen Infotafeln niederzuschreiben. Die alten Tafeln wurden entfernt, die Texte komplett überarbeitet. Die neuen Stelen aus Metall sind langlebiger als ihre Vorgänger aus Holz, und die Tafeln selbst bestehen aus einer Art Folie, witterungsfest und haltbarer. "Auf diesem Pfad gibt es mittlerweile keine Gebäude mehr, aber einige Bodendenkmäler sind erhalten und Gräben lassen ehemalige Anlagen erkennen", erklärte Holtschneider.

Ein wichtiges Stück Heimat- und Industriegeschichte, auf das der BGV mit diesem Pfad aufmerksam machen will. "So wie unsere Vorgänger wollen auch wir die Remscheider Geschichte weiterhin sichtbar machen", sagte Alfons Ackermann, Vorsitzender der Remscheider Abteilung des BGVs am Samstag. Er überreichte den neugestalteten Industriegeschichtspfad an diesem Nachmittag offiziell "zu treuen Händen" der Stadt, in Person von OB Mast-Weisz, "zur Pflege und Erhaltung". Der lobte das Engagement des Geschichtsvereins: "Zukunft ohne Geschichte ist bodenlos. Und auch wenn wir unsere Stadt immer weiterentwickeln wollen, sollten wir auch immer auf unsere Wurzeln zurückschauen".

Der BGV möchte nun verstärkt Schulen ansprechen, um sie im kommenden Frühjahr auf eine geführte Wanderung durch das Hammertal einzuladen.

(seg)
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