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Remscheid
Neuhaus: Mehr Arbeitslose durch Flüchtlingswelle

Remscheid. Sozialdezernent war zu Gast bei der Senioren-Union.

Einen weiten Bogen von der KiTa-Betreuung über den Auftrag zur Konsolidierung des städtischen Haushalts bis zur Pflege im Alter spannte Sozialdezernent Thomas Neuhaus als Gastredner beim Neujahresempfang der Senioren Union Remscheid. Und der Beigeordnete erlebte, dass die Remscheider Unions-Senioren eine wissbegierige, diskussionsfreudige Gemeinschaft sind. Kritisch zeigte sich etwa Dieter Janke ob der geplanten 160 neuen Pflegeplätze, die in der Königsstraße und am Honsberg entstehen sollen. Denn vor dem Hintergrund des großen Kostendrucks sähen sich die vorhandenen Pflegeheime mit einer neuen Situation konfrontiert.

Auf die Entstehung derlei neuer Einrichtungen habe die Stadt keinen Einfluss, bekannte Neuhaus. "Diese Entscheidung wird durch die Pflegekassen getroffen." Allerdings steht der diplomierte Volkswirt dem Wettbewerb an sich und damit auch dem unter den Seniorenheimen keineswegs kritisch gegenüber. "Der Wettbewerb um die beste stationäre Betreuung ist nichts Schlechtes. Denn dadurch werden die Betreiber motiviert, sich mit hoher Qualität und einer schönen Atmosphäre einen guten Ruf zu erwerben." Dies komme letztlich den Bewohnern zugute. Im Sinne der älteren Generation und des städtischen Haushaltes sei, wenn Menschen so lange wie möglich im gewohnten Umfeld verbleiben könnten.Dazu hat Neuhaus in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat einen Antrag auf Fördermittel für eine altengerechte Quartiersentwicklung gestellt.

Erika Acker sprach den drohenden Facharztmangel an. Schon heute hätten ältere Remscheider Schwierigkeiten, in ihrer Nähe und zeitnah einen Arzttermin zu erhalten.

Beim Thema Flüchtlinge plädiert der Sozialdezernent dafür, alles auf die Karte Integration zu setzen. "Wir müssen so schnell wie möglich integrieren. Das ist leichter gesagt als getan, aber im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens wichtig." Durch Zuwanderung und steigende Geburtenzahlen müsse die KiTa-Planung neu überdacht werden. Wie sich herausgestellt habe, fehlen 200 Betreuungsplätze.

Die Arbeitslosigkeit vor Ort werde durch die Flüchtlingssituation zwangsläufig steigen. Auch hier müsse man alles tun, um die Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt hinzubekommen. Als Vertreter der Stadt sitzt Neuhaus im Aufsichtsrat des Sana-Klinikums. Auch wenn die Kommune nur noch einen Anteil von 5,12 Prozent an den ehemals städtischen Krankenanstalten hat, möchte er sich dafür einsetzen, dass Remscheid ein "qualitativ angemessenes" Krankenhaus am Standort dauerhaft behält. "Ich sehe keine Bedrohung, aber langfristig einen Gestaltungsauftrag", sagte er.

(bona)
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