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Remscheid
Neutralität als Spaßgarant im Rotationstheater

Remscheid. Neutralität ist eine feine und ganz urschweizerische Sache. Alain Frei, der Schweizer Komödiant mit dem sympathischen Lächeln und dem Michael-Ballack-Look, brachte mit seinem immer noch aktuellen Programm "Neutral war gestern" die gut 40 Zuschauer im Rotationstheater zum Lachen.

"Schließen Sie die Augen, denken Sie an die Schweiz. Denken Sie an Kühe, Berge, an Uli Hoeneß..." So, und mit einem lockeren "Gruezi!", begrüßte Frei, der mittlerweile in Köln lebt, sein Publikum. Und stimmte es gleich ganz perfekt auf den Abend ein.

Zuvor erprobte er jedoch die Humorfähigkeit der Remscheider: "Ich mache immer einen Testwitz. Ihr kennt das Prinzip: Wenn der Witz zu Ende ist - lachen!" Nun, der Witz an sich war Durchschnitt, kam dennoch bestens an - und legte so die Messlatte für den Abend durchaus auf eine beachtliche Höhe. Dabei war Freis Motiv ein ganz und gar hehres: "Stand-Up hat in Deutschland gar keinen so guten Ruf, das ist schade. Ich will einfach, dass ihr heute einen schönen Abend habt!" Das war ehrenhaft, und was noch besser war: Es funktionierte.

Frei war nicht alleine nach Remscheid gekommen. Mit seinem Kollegen Jamie - "das ist eine Abkürzung für Adrian!" - hatte der Schweizer sich polnische Verstärkung mitgebracht. Und der selbst ernannte "Pole mit Bumskopf, wie meine Oma es ausdrücken würde" machte ebenfalls eine Menge Spaß: Etwa, wenn er über den Sprachfehler seiner Oma referierte, die ein ü immer wie ein i aussprach, was bei Worten wie "Plastiktüten" oder "Milchtüten" natürlich für Verwirrung sorgen kann. Das war natürlich Klamauk, keine Frage, aber dazu passte schließlich Freis Aussage: "Wenn meine Eltern beschreiben müssen, was ich beruflich mache, dann sagen sie so: Der ist, also, äh, Clown." Und über Clowns kann man eben lachen. Vor allem, wenn sie gut sind.

(wow)
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