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Remscheid
Noch mehr Stadtumbau wäre ein Kraftakt

Remscheid: Noch mehr Stadtumbau wäre ein Kraftakt
Der Honsberg verändert - wie hier an der Halskestraße - sein Gesicht. Für die Nachbarstadtteile wünscht sich die Politik ähnliche Impulse. FOTO: Röser
Remscheid. Die Politik möchte das Förderprogramm auf weitere Stadtteile ausweiten. Doch die Hürden sind höher als gedacht. Von Henning Röser

Der Wunsch bewegt die Politiker in Alt-Remscheid schon etwas länger. Nun kommt die konkrete Forderung an die Stadt: Remscheid soll nicht für den Honsberg, sondern auch für die unmittelbar benachbarten Stadtteile Kremenholl und Stachelhausen Gelder aus dem Förderprogramm Stadtumbau West beantragen. Dieses Förderprogramm ist für Stadtteile mit besonderem "Erneuerungsbedarf" gedacht. Der ist in Stachelhausen ohne Frage nicht weniger groß als am Honsberg. Aber nur dorthin ist in den vergangenen Jahren Fördergeld geflossen.

Ursprünglich hatten die anderen Kandidaten mal mit auf der Bewerbungsliste gestanden, die Remscheid vor einigen Jahren bei der Bezirksregierung in Düsseldorf einreicht hatte. Doch die miserable Haushaltssituation zwang die Stadt, sich für einen Stadtteil zu entscheiden. Das forderte die Aufsichtsbehörde. Ausgewählt wurde dann der Honsberg. Dort tragen die Stadtteilarbeit und die mit Fördermillionen gestarteten Projekte mittlerweile zarte Früchte - und wecken das Interesse und auch durchaus auch mal den Neid der Nachbarn.

Heinrich Ammelt vom Planungsamt der Stadt machte den Politikern in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am Dienstagabend deutlich, dass für die Ausweitung der Aktivitäten mehr gebraucht wird als nur der mehrheitliche Wunsch der Stadtteilpolitiker. Für das Programm am Honsberg habe die Stadt vor Jahren ein ausgefeiltes Stadtentwicklungskonzept vorlegen müssen. Die darin hinterlegten Projektideen mussten in einem formalen Prozess der Bürgerbeteiligung zunächst mit den Anwohner rückgekoppelt werden. Das alles sei enorm arbeitsaufwendig. "Das geht nicht mal so hoppla-hopp."

Die personellen Kapazitäten haben sich seitdem im Planungsbereich eher verschlechtert. Dazu kommt: Mit dem Umbau der Innenstadt und dem DOC in Lennep sind inzwischen zwei Riesenprojekte hinzu gekommen.

Und natürlich geht es auch um Geld: Das Land fördert zwar, wenn das Konzept überzeugt, aber für jedes genehmigte Projekt müsste die Stadt noch einen Eigenanteil von zwanzig Prozent beisteuern. Wo der in Zeiten knapper Kassen herkommen soll, ist völlig offen.

Die Stadtteilpolitiker ließen sich von den Argumenten der Verwaltung aber nicht abschrecken. Den Hinweis auf fehlendes Personal wolle sie im Zusammenhang mit diesen Fragen in der Zukunft nicht mehr hören, sagt Beatrice Schlieper (Grüne). Auch Vertreter von Wählergemeinschaft (W.i.R.) und CDU wollen so schnell nicht vom Thema lassen. Sie zielen vor allem auf die Möglichkeit ab, Hausbesitzer mit Geldern aus dem Förderprogramm zu Investitionen in ihre Objekte zu bewegen.

Für die nächste Sitzung des für die Finanzen zuständigen Hauptausschusses soll die Stadt nun eine Vorlage erarbeiten, die auch den nötigen Arbeitsaufwand der Stadt in konkrete Zahlen fasst.

Quelle: RP
 
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