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Remscheid
Nur wenig Frauen in Führungspositionen

Remscheid. Nur 10,9 Prozent der Chefposten sind im Bergischen Städtedreieck mit weiblichem Personal besetzt. Von Stefanie Bona

In der Führungsebene der Remscheider Stadtverwaltung sitzt mit Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke gerade mal eine Frau. Bei den Amtsleitern beträgt der Frauenanteil 20 Prozent, und rund ein Drittel aller Sachgebietsleiterinnen ist weiblich. "Da besteht Handlungsbedarf", sagte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Christel Steylaers. Die Quote könnte dabei ein Instrumentarium sein, um Führungspositionen stärker mit Frauen zu besetzen. Doch nützten alle Förderpläne nichts, wenn sie nicht integrativer und selbstverständlicher Bestandteil der Personalplanung würden, machte sie deutlich. "Frauenförderung muss gelebt werden", forderte die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Es sei nicht zufriedenstellend, dass Christel Steylaers nicht an allen Personalauswahlgesprächen teilnehmen könne, monierte Beatrice Schlieper, Fraktionssprecherin der Grünen. Bei 60 bis 80 Auswahlgesprächen pro Jahr mit mehreren Bewerberinnen und Bewerbern und rund 100 verschiedenen Berufsgruppen sei dies nicht zu leisten, erklärte Steylaers. Denn zur Verfügung stünden nur sie selbst und ihre Stellvertreterin.

Grundsätzlich habe sich das Landesgleichstellungsgesetz, bei dem jetzt wieder eine Novellierung ansteht, bewährt, heißt es aus der grünen Ratsfraktion. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten sei deutlich angestiegen. Allerdings gelte nach wie vor: Je höher die Position, desto geringer der Frauenanteil. Offensichtlich würden bis heute Millionen Mädchen und Frauen in NRW strukturell benachteiligt. Die politische Aufgabe sei auch in der Kommune, diese Defizite zu bekämpfen. Wo die Stadtverwaltung noch hinterherhinkt, sieht es in der freien Wirtschaft nicht besser aus und das, obwohl Frauen nie besser ausgebildet und qualifiziert waren als heute.

Wie Roswitha Bocklage vom in Wuppertal angesiedelten Kompetenzzentrum "Frau und Beruf Bergisches Städtedreieck" erklärte, sind die Führungspositionen in der Region nur zu 10,9 Prozent von Frauen besetzt. Diese Zahl stagniere seit drei Jahren. Dabei liegt der Anteil der Frauen an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bei 45,8 Prozent. Im mittleren Management sehe der Frauenanteil besser aus, berichtete Bocklage. "Die Basis ist gelegt - aber trotzdem kommen Frauen in der Führungsetage nicht an." Doch gerade im Bergischen Land mit seinen kleinen und mittelständischen Betrieben böten sich besondere Chancen, denn der Anteil der Topmanagerinnen in mittleren Unternehmen sei fast doppelt so groß wie in großen Firmen.

Es brauche die Offenheit und Unterstützung der Wirtschaft, um die Region für karriereorientierte Frauen attraktiv zu machen. Sowohl für Betriebe als auch für künftige Führungsfrauen ermöglicht das landesgeförderte Kompetenzzentrum Information und Förderung. Mehr Info unter "www.wuppertal.de/frauen-in-fuehrung" .

Quelle: RP
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