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Remscheid
OB: Flüchtlinge können Handwerk helfen

Remscheid. Langjährige Mitglieder erhielten bei der Altmeisterfeier der Kreishandwerkerschaft Urkunden als Anerkennung. Von Michael Möller

Mit einer Premiere konnte die Kreishandwerkerschaft Remscheid auf ihrer traditionellen Altmeisterfeier im Schützenhaus aufwarten. Vor 125 geladenen Gästen bekam der Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf Siegfried Schrempf den "Freund des Remscheider Handwerks" überreicht. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Hans Jürgen Althaus überreichte die Urkunde an Schrempf, der seit langen Jahren regelmäßiger Gast beim Remscheider Handwerk ist. Schrempf hatte in seinen Grußworten die gute und enge Freundschaft mit Remscheid hervorgehoben. Er sei mit Klaus Koralewski als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft in Remscheid vor rund 15 Jahren gestartet. Mit Fred Schulz, dem heutigen Geschäftsführer, ende seine Tätigkeit für die Handwerkskammer. Für die Zeit nach Mai 2016 stünde er für sein Amt nicht mehr zur Verfügung, erklärte er.

Mit der Ehrung sei sichergestellt, dass man ihn nach wie vor einladen könne, sagte Schulz. Lob bekam Ehrengast OB Burkhardt Mast-Weisz für die Arbeit, die er und sein Team für die Flüchtlinge geleistet haben. Das Handwerk stünde hinter ihm, sagte Althaus. Im Gegenzug lobte Mast-Weisz die Hilfsbereitschaft, die ihnen aus der Stadt entgegengeschlagen sei. Er sah in den Flüchtlingen auch Potenzial für das Handwerk. Begabungen und Talente kämen mit den Flüchtlingen nach Remscheid. Teilweise hätten Handwerksbetriebe das schon erkannt und Arbeitsplätze für die Neubürger geschaffen. Mit vier Ehrungen wurden langjährige Meister ihres Faches ausgezeichnet. Elektromaschinenbaumeister Franz Fillinger und Hans Erich Klein, Elektroinstallateurmeister, bekamen die goldenen Meisterbriefe. Sie hatten vor 50 Jahren ihren Meister gemacht. Arthur Both, 87 und Karl Kuhlen, 82, hatten sich vor 60 Jahren als Meister qualifiziert und erhielten den diamantenen Meisterbrief. In ihrer Zeit habe die Ausbildung in praktischer (betrieblicher) wie theoretischer (schulischer) Hinsicht schon große Bedeutung gehabt. Nicht immer sei es optimal gewesen, wenn die Auszubildenden in der Schule gewesen seien; Dann standen sie dem Betrieb nicht zur Verfügung, erklärten der Karosseriebaumeister und Graveur. Doch sehe man auch einen starken Wandel. Immer mehr Maschinen kämen in ihren Sparten dazu. Das Handwerkliche trete zurück. Die Ausbildung sei spezifischer und effektiver geworden. PC-Kenntnisse bildeten zum Teil den Schwerpunkt, sagten sie. "Ich habe noch meinen Rechenschieber", erklärte Both.

Unter dem Strich würden beide ihre berufliche Laufbahn noch einmal einschlagen, gestanden sie, bevor es Stollen und Schinken als Abschluss der Feier gab.

Quelle: RP
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