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Remscheid
Offenheit und Skepsis - Stadt öffnet sechstes Flüchtlingsheim

Remscheid: Offenheit und Skepsis - Stadt öffnet sechstes Flüchtlingsheim
Hell und freundlich wirken die Wohnungen mit komplett eingerichteter Küche an der Oberhölterfelder Straße. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Interessiert und aufgeschlossen zeigten sich die Anwohner der Oberhölterfelder Straße, wo in einer ehemaligen Gewerbeimmobilie in Kürze das sechste Übergangsheim in Remscheid eröffnet wird. Eine Gruppe von rund 60 Nachbarn ließ sich am Donnerstagabend durchs Gebäude führen. Nach Sanierung und Umbau sind 25 abgeschlossene Wohneinheiten unterschiedlicher Größe entstanden, die in den nächsten Tagen mit Betten und dem notwendigsten Mobiliar ausgestattet werden. Zudem erhält jede Wohnung eine Küchenzeile mit Herd, Kühlschrank, Spüle und einem kleinen Schrank. Von Stefanie Bona

Das Haus wirkt hell und freundlich, moderne Heiztechnik und Wärmedämmung sollen dafür sorgen, dass die Energiekosten für die Stadt möglichst niedrig bleiben, erklärte Thomas Judt vom Gebäudemanagement. Ausgestattet ist das Haus zudem mit modernem Brandschutz. Es gibt Räume für Sozialberatung, Sprach- und Integrationsförderung. Weiterhin sind einige einzelne Zimmer eingerichtet, in deren Mitte sich ein Badezimmer befindet. Sollten alleinstehende Flüchtlinge anreisen, könnten auch Personen untergebracht werden, die sich dann das Bad teilen. "Hier ist eine menschenwürdige Unterkunft entstanden, die in der Region Maßstäbe setzen wird. Dafür verdienen Verwaltung und Investor Respekt", sagte ein Anlieger, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Ab Anfang April sollen nach und nach bis zu 130 Asylbewerber hier einziehen. "Wir wünschen uns, dass das Haus von Familien genutzt wird. Letztlich kommt es aber darauf an, wen wir vom Land zugewiesen bekommen", erklärte Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke. Die Betreuung übernimmt wie in den anderen Unterkünften rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr der Verein BAF.

Die Flüchtlinge sollen mehrere Monate im Objekt wohnen. Wenn sie sich in Remscheid eingelebt haben, werden sie in andere Wohnungen im Stadtgebiet vermittelt, erklärte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der betonte, dass die Anwohner jederzeit einen Ansprechpartner für ihre Anliegen im Haus vorfänden. Die Polizei wird regelmäßig Streife fahren. "Wer Probleme hat oder sich unsicher fühlt, kann die Bezirksbeamten ansprechen oder unter 110 den Notruf nutzen", sagte Jochen Borst, Leiter der Remscheider Polizeiinspektion. Die direkte Nachbarin der Immobilie ist eine Lehrerin mit ihrer Familie, die ihr Haus gekauft hat, als die Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft schon feststand. "Ich stehe dem aufgeschlossen gegenüber", sagte sie. Vorsichtige Skepsis gab es aber auch, die allerdings in großer Runde nicht geäußert wurde. Man werde schnell in die rechte Ecke gestellt, befürchtet eine Anwohnerin. Sie ist unsicher, ob die Menschen aus anderen Kulturen problemlos mit den hiesigen Regeln zurecht kämen. Jetzt wolle sie aber erst einmal abwarten, wer denn da komme.

Quelle: RP
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